Normale Pubertätsprobleme

Die Arbeiterwohlfahrt Essen bietet neuerdings Flirtkurse für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an: http://www.derwesten.de/staedte/essen/junge-fluechtlinge-in-essen-besuchen-kurs-wir-wollen-eine-freundin-doch-die-maedchen-rennen-uns-oft-vor-der-nase-weg-id209844099.htmlv

Wie fast alles, was im Übereifer zur schnellen und reibungslosen Integration von Flüchtlingen geschieht, zeugt auch diese Initiative von fundamentalem Unwissen über muslimische Werte und die bitteren Tatsachen der muslimischen Alltagswelt. Wie bekomme ich eine Freundin, wie funktioniert Verhütung – wer glaubt, dies seien normale Pubertätsprobleme in Afghanistan oder Somalia, den Ländern, aus denen die Kursteilnehmer kommen, der hat vermutlich auch Heinzelmännchen hinter dem Geräteschuppen.

„Dass Sex vor der Ehe nicht überall ein Tabu ist, sondern auch etwas mit ihrer persönlichen und der Haltung von Deutschland zu tun hat, können sie hier lernen und dazu Fragen stellen“. Ein Tabu? Sex vor der Ehe, auf arabisch „zina“ genannt, ist in den Herkunftsländern kein Tabu, sondern ein Verbrechen, das im worst case scenario sogar mit dem Tod betraft wird. Ein Verbrechen also nicht nur im Hindukusch, sondern auch in den beliebten Urlaubsländern Tunesien, Marokko oder Ägypten. Eine Freundin oder gar vorehelichen Sex zu haben, ist dort schlicht nicht vorgesehen. Die Jugendlichen, die in ihren Herkunftsländern in regelrechter sexueller Verelendung vor sich hinvegetieren, können Sex allenfalls mit Touristinnen oder Prostituierten haben. Das gilt selbstverständlich ausschließlich für junge Männer. In Ägypten hat man auch eine elegante Lösung gefunden, diese Klippe zu umschiffen: Für einen geringen Geldbetrag kann man durch einen Imam eine Orfi- oder Kurzzeitehe schließen, um beispielsweise mit dem Urlaubslover ein Hotelzimmer zu bekommen. Da ohnehin jeder weiß, worum es dabei geht, wird diese Bescheinigung auch treffend „fucking-paper“ genannt. Selbst im Iran, wo man schon sechzehnjährige Vergewaltigungsopfer wegen „zina“ am Baukran aufgehängt hat, ist eine solche „Sighe“ genannte Zeitehe möglich. Westliche Journalistinnen wie Kate Millet oder Oriana Fallaci mussten sich für Interviews mit iranischen Politikern und Geistlichen vorübergehend zwangsverehelichen lassen.

Dass muslimischen Jugendlichen in Deutschland nicht nur Lebensunterhalt, Unterkunft, Ausbildung und medizinische Versorgung angeboten wird, sondern auch noch Unterstützung, um sich bei den indigenen Frauen zu bedienen, zeigt den Männern einmal mehr, wie kacknaiv diese Deutschen sein müssen.

Ich habe einen soliden und praktikablen Gegenvorschlag: Flirtkurse für junge muslimische Frauen. Alles, was Frau braucht, um sich einen knackigen Ungläubigen zu angeln: Wie booste ich meine Möpse von nicht vorhanden auf 80 C? Ab wann ist mein Ausschnitt nicht mehr sexy, sondern schon ordinär? Bin ich schon eine Prostituierte, wenn ich ihn nach der Uhrzeit frage, so wie zu Hause? Gehe ich nach dem Date mit zu ihm oder er mit in die Erstaufnahmeunterkunft? Fragen Sie Frau Antje! Arbeiterwohlfahrt Hamburg und Diakonie können sich jederzeit an mich wenden.

 

 

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Einfalt statt Vielfalt

Sehr gehrte Damen Özuğuz, Achour, Aydemir, Foroutan, Kaddor und Mysorekar, sehr geehrte Herren Dilmaghani, Agai, Alboğa, Bozkurt, Diaby und Mazyek, ich habe mir dieser Tage die Mühe gemacht, „Miteinander in Vielfalt – Leitbild und Agenda für die Einwanderungsgesellschaft. Ergebnisse einer Expert_innenkommission der Friedrich-Ebert-Stiftung“ zu lesen. Nachdem ich diese fünfzig Seiten konzentrierter Langeweile bewältigt hatte, war mir vor allem eines bewusst: Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft. Wenn man das so oft wiederholt, wie sie es in dieser Schrift tun, muss es stimmen. Was allerdings nicht stimmt, ist, dass diese Einwanderung gleichsam als mathematisches Gesetz wie „die Summe der Kathetenquadrate entspricht dem Hypothenusenquadrat“ aufzufassen ist; sie ist auch nicht als Naturkatastrophe über uns gekommen, sondern wurde maßgeblich und nachweislich von unserer Regierung initiiert. Allein meine Heimatstadt Hamburg nimmt im Jahr so viele Flüchtlinge auf, wie die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Ich habe sie als die Expert_innen mit Migrationshintergrund absichtlich persönlich aufgeführt, weil in auffälliger Weise Namen wie Xiaoping, de Oliveira oder Færgegården in dieser Kommission fehlen. Das liegt daran, dass es bei der Integration von Chinesen, Brasilianern und Dänen in der Regel keine Probleme gibt, bei der von Muslimen schon. Der gesellschaftliche Zusammenhalt müsse immer wieder neu ausgehandelt werden, schreiben Sie. Diskriminierung dürfe es nicht geben. Diskriminierung ist selbstverständlich immer die der geflüchteten Schutzsuchenden, denn Diskriminierung von Frauen, Homosexuellen, Behinderten, Schwarzen und besonders Juden gibt es bei Muslimen nicht. Wir schaffen das mit der Integration, da sind Sie mit der Kanzlerin einig, und da müssen jetzt endlich mal die Erzieher ran, die Pädagogen in Kitas und Schulen wollen Sie sich gezielt für die kultursensible Bildungsvermittlung vornehmen. Entschuldigen Sie, aber an dieser Stelle ist es angebracht, nachzufragen, ob sie eigentlich noch alle Latten am Zaun haben? Wenn es Menschen in unserem Land gibt, die genau das tun, seit mindestens einem Jahrzehnt und mit wachsender Verzweiflung, dann sind es die Pädagogen. Wenn die eines nicht brauchen, dann ihre jovialen Belehrungen.

Einwanderung birgt Risiken und Chancen, sagen Sie, aber Konflikte können gelöst werden und Deutschland steht vor einer guten Zukunft. Was seit der Einwanderungswelle täglich neu ausgehandelt werden muss, ist die Sicherheit von Frauen in der Öffentlichkeit. Die Anzahl von sexuellen Straftaten ist seither sprunghaft gestiegen. Das ist Fakt. Frauen können bei Events in Öffentlichkeit, wie Silvester oder Karneval, nicht mehr ihrer Unversehrtheit sicher sein, solange nicht ein Polizeiaufmarsch in Armeestärke die notgeilen Männerhorden in Schach hält. Eine, die zurzeit mit weniger strahlender Stirn in die Zukunft marschiert, ist eine achtundzwanzigjährige deutsche Lehrerin, die ab und an stationär untergebracht werden muss. Neun irakische Männer, alle miteinander verwandt und zwischen 22 und 48 Jahren alt, schleppten die alkoholisierte und beinahe bewusstlose junge Frau in der Silvesternacht 2015 in ihre Wohnung. Die anwesenden weiblichen Familienmitglieder wurden solange auf die Straße geschickt. In den nächsten vier Stunden geschah ungefähr folgendes: Die Männer zogen sie aus und vergewaltigten sie mehrfach. Sie hatten dabei sehr viel Spaß und waren enorm stolz auf sich, weshalb sie von sich und der Frau auch mehrere Selfies schossen. Zwischendurch kam sie immer wieder zu sich. Einer der Täter sagte ihr, ganz ruhig, nur noch ein bisschen. Vor dem österreichischen Gericht waren sich die Männer keinerlei Schuld bewusst. In Ihrer Kultur ist es nämlich so, dass eine schutzlose Frau, die ohne männliche Begleitung und Erlaubnis auf die Straße geht, eine „Sharmuta“ ist. Also eine „Prostituierte“. Sie mögen das Vielfalt nennen, ich nenne es Einfalt. Den Tätern winken hohe Haftstrafen, dem Opfer 25.000 € Schadensersatz und ein zerstörtes Leben. Das haben wir einer Regierung zu verdanken, die derweil Gesetze zum Schutz von Marienkäfern erlässt. Wer stattdessen in der Psychiatrie sitzt, ist die achtundzwanzigjährige Lehrerin.

Erst debil, dann dement

Seit meinem achten Lebensjahr bin ich hörgeschädigt. Eine chronische Mittelohrentzündung. Später kam eine vererbte Hörschwäche hinzu. In der Grundschule musste ich deswegen vorn sitzen. Da mir so die ungeteilte Aufmerksamkeit der Lehrer zuteil wurde, gehörte ich mühelos zu den Klassenbesten. Aber ab der siebten Klasse des Gymnasiums brach die Pubertät aus. Ich wollte auch mal hinten sitzen und Blödsinn machen. Infolgedessen brillierte ich nur noch in Fächern, deren Lehrpersonal im Kasernenhofton sprach, während meine Leistungen bei den Säuselern ins Bodenlose sackten. Bis zum Abitur hatte ich meine Hörschwäche völlig verdrängt. Wenn einer der Sinne den Dienst aufkündigt, entwickelt sich dafür ein anderer: Ich lernte Lippenlesen. Wenn ich den Gesprächspartner direkt ansehe, kriege ich für gewöhnlich alles mit. Im Kino entschlüssele ich gern den Originaldialog. Stell dir vor, eben hat er „Fuck You!“ gesagt. Gelegentlich frage ich nach, wenn ich etwas nicht mitbekommen habe. Dass ich hörgeschädigt bin, wissen nichtmal Menschen, die mich seit zwanzig Jahren kennen.

Ich habe gelernt, gut mit meinem Handicap zu leben. Leider gilt das nicht uneingeschränkt für meine Mitmenschen. Niemand hat was gegen Rollstuhlfahrer oder Blinde. Im Gegenteil, ihre Hilflosigkeit erweckt Mitleid, und sofort stürzt man hin und hilft dem Blinden die U-Bahn-Treppe hinauf, besonders, wenn er niemanden drum gebeten hat. Man nimmt ihm damit wieder seine mühsam eroberte Selbständigkeit, aber dafür darf man sich auch als guter Mensch fühlen.

Hörgeschädigte hingegen mag keiner.

Wir wirken irgendwie asozial. Vermutlich, weil wir bei der Alltagskommunikation gelegentlich etwas ratlos in die Gegend gucken. Nicht selten hält man uns deshalb auch für geistig minderbemittelt. Die Grobheiten, die ich im Laufe meines Lebens anhören muss, reißen nicht ab. Hörgeschädigte machen aggressiv, spätestens, wenn sie zum zweiten Mal nachfragen:

An mir liegt das aber nicht! Ich spreche doch klar und deutlich! Hören Sie nichts, oder wie? Taube Nuss! Waschen Sie sich doch mal die Ohren! Nicht nur taub, sondern auch noch blöd, oder was?

Die Krönung erlebte ich auf dem Flughafen London Heathrow. Ich hatte bei einer Durchsage nur meine Flugnummer verstanden, aber leider nicht den Rest. Ich ging zur Information und teilte mit, dass ich aufgrund meines Hörschadens die Ansage verpasst hätte. Das war wirklich ein Fehler. Ein Mitglied des Bodenpersonals riss die Augen weit auf und fragte mit karpfenartig übertriebenen Lippenbewegungen peinlich überlaut, ob ich überhaupt wüsste, wo ich mich befände. YES. I. KNOW. WHERE. I. AM. YOU. FUCKING. IDIOT. Dabei könnte doch alles so einfach sein. Einmal, ein einziges Mal habe ich in einer Bibliothek ein Schild gesehen mit durchgestrichenem Ohrsymbol und dem Hinweis: Die Kollegin an diesem Platz ist hörgeschädigt. Bitte wenden Sie sich ihr zu und sprechen Sie deutlich.

Na Bitte. Geht doch.

Es gibt richtig viele Zeitgenossen, die von Inklusion schwärmen. Eine Klasse mit zwölf Schülern, die kein Deutsch sprechen, dazu mehrere Entwicklungsverzögerte, ADHS-Fälle und ein paar Kinder im Rolli, alles kein Problem, besonders für die Pädagogen. Aber mal einen Satz für einen Hörgeschädigten wiederholen? Wo kommen wir da hin.

Von diesen Menschen hört man besonders oft die Frage, warum man denn kein Hörgerät trage. Genauso gut könnten sie sagen: Belästige uns gefälligst nicht mit deiner Behinderung. Das sagen sie natürlich nicht. Was sie stattdessen sagen ist: Es gibt doch jetzt so tolle, unsichtbare Hörgeräte, mit denen man perfekt hören kann!

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten fünfzehn Jahren gehört habe. Gesprochen wurde er fast ausschließlich von Menschen mit perfektem Gehör. Woher sie wissen, dass man mit den Hörgeräten so perfekt hören kann, entzieht mich meiner Kenntnis. Dass sie glauben, ich trüge nur keine Hörgeräte, weil ich nicht weiß, dass es solche gibt, liegt daran, dass sie mich nicht nur für taub, sondern auch für grenzdebil halten.

Mittlerweile bin ich unglückliche Besitzerin zweier „Hörsysteme“. Kassenmodell, gesetzliche Zuzahlung € 20.- Die Hörgeräte, von denen Normalhörende mir seit Jahren vorschwärmen, gibt es in der Tat. Sie kosten mit den Folgekosten innerhalb der ersten fünf Jahre an die 16.000 € und werden in der Regel nur Filmschauspielern empfohlen. Ich fühle mich wie ein Steiff-Tier mit Knopf im Ohr, empfinde alles als schmerzhaft laut und immer wieder brechen hinter den Ohrmuscheln Ekzeme aus. Der HNO-Arzt hat mir beim ersten Besuch sofort vor den Latz geknallt, ich hätte viel zu lange gewartet. Es sei höchste Zeit, denn mit zunehmendem Alter verliere das Gehirn die Fähigkeit, Kommunikationslücken selbsttätig aufzufüllen. Außerdem gebe es Zusammenhänge zwischen Hörschäden und Demenz. Mein Gehirn müsse sich jetzt an die neue Hörfähigkeit anpassen. Was natürlich langfristig dazu führt, dass man irgendwann ohne Hörgerät nicht mehr leben kann und darf. Genau das hatte ich befürchtet.

 

Danke, liebe Bullenschweine!

Dass Männer in Fragen sexueller Gewalt in einer komplett anderen Welt leben als Frauen, merkt man immer wieder an dem gut gemeinten Ratschlag: Wieso nimmst du nicht die Abkürzung durch den Park? Klar, nachts um zwei, im Stockfinstern.
Die Gefahr von sexueller Gewalt begleitet eine Frau ihr Leben lang. Sie ist alltäglich. Heute Morgen in der U-Bahn setzte sich ein Mann mir gegenüber und fing nach einer Weile an, durch den Stoff seiner Hose an seinem Schwanz herumzukneten. Jede Frau kennt so was. Jede Frau wurde schon sexuell belästigt, bedrängt, gedemütigt, erniedrigt, im schlimmsten Fall gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen. In meiner Jugend, die in den siebziger und achtziger Jahren angesiedelt ist, waren sexuelle Belästigungen besonders junger Frauen und Mädchen übrigens noch an der Tagesordnung. Familienväter in Alkohollaune hatten damals noch nicht das geringste Problem damit, in der U-Bahn minderjährige Mädchen zu drangsalieren, zu betatschen und mit Anzüglichkeiten zu belästigen. Ich rede hier wohlgemerkt von deutschen Männern. Zum Glück ist seitdem etwas geschehen: Sexuelle Belästigung ist endlich strafbar. Über Pädophilie wurde in meiner Jugend noch kein Wort verloren – offiziell gab es so was gar nicht. Offiziell waren derartige Ausfälle nicht erwähnenswerte Kavaliersdelikte. Wenn heute ein erwachsener Mann angezeigt wird, weil er in der U-Bahn minderjährige Mädchen drangsaliert hat, muss er unter Umständen mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes, seiner Ehefrau und dem Sorgerecht für seine Kinder rechnen. Und das ist richtig so. Richtige Untaten brauchen die richtigen Konsequenzen. Nur so kann Gesellschaft funktionieren. Deutschen Richtern scheint das allerdings nicht bewusst zu sein: Gerade wurde ein Straftäter, der zwei Frauen vor den Augen eines Kindes in Lingen vergewaltigt, brutal geschlagen und obendrein ausgeraubt hat, mit zwei Jahren Bewährungsstrafe belohnt. Wie weit das Kind durch das Erlebnis traumatisiert ist, lässt sich nicht sagen. Wie weit die Frauen traumatisiert sind, schon. Opfer sexueller Gewalttaten leiden nicht selten ihr Leben lang. Angststörungen bis hin zu Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Ekel vor dem eigenen Körper und vor Sex im Allgemeinen sind die milderen Folgen. Die weniger milden Fälle befinden sich nicht selten ihr Leben lang in psychiatrischer Behandlung. Frauen, die in der geschlossenen Unterbringung behandelt werden müssen, haben mehrheitlich Erfahrungen von sexueller Gewalt in ihrer Biographie, sehr häufig in der Kindheit.
Aber in den letzten fünfzehn Jahren konnten die meisten Frauen sich zumindest, was alltägliche sexuelle Belästigungen anging, ein bisschen sicherer fühlen. Mittlerweile muss sich rumgesprochen haben, dass es wirklich grottenpeinlich ist, nach dem Auswärtsspiel mit dem Bier in der Hand hinter jungen Mädchen „Wieso hassu noch keine Titten, ey?“ herzugrölen.
Umso stärker der Schock nach der Silvesternacht 2015. Betrunkene Horden von Hormongesteuerten Jungmännern, überwiegend mit Migrationshintergrund, betatschten, beleidigten, bestahlen und vergewaltigten hunderte von Frauen. Sie schossen mit Feuerwerkskörpern wie mit Waffen in die Menge, warfen mit Flaschen, schlugen auf Männer ein, die Frauen zu schützen versuchten. Das habe ja keiner ahnen können, hieß es hinterher immer wieder. Doch, ich habe es geahnt, dass kann ich gar nicht oft genug wiederholen. Am 31.12.2015 sagte ich gegen Mittag zu meinem Mann: Ich möchte nicht wissen, was heute Abend in den Großstädten los ist. Dafür kenne ich die arabische Alltagskultur einfach viel zu gut. Ahmed allein zuhaus, ohne Vater, Bruder und Imam? Na wunderbar, da geht einfach alles: Alkohol, Drogen, Sex, Diebstahl, Gewalt.
Mit Silvester 2016 hat man gemerkt, dass die Polizei eben doch ernst zu nehmen ist. In jeder deutschen Großstadt sind wieder tausende von potentiellen Gewalttätern aufmarschiert, dennoch kam es im Vergleich zum Vorjahr nur zu wenigen Zwischenfällen. Dass die Knallchargen der Nation augenblicklich Schnappatmung wegen der prophylaktischen Platzverweise an junge Männern mit Migrationshintergrund bekommen würden, war abzusehen. Auch Jutta Ditfurth kriegte sich auf ihrer facebook-Seite kaum wieder ein, und ihre Kommentatoren kamen auch prompt mit praktikablen Lösungsvorschlägen (Zitat im Original): „Es war unmöglich, was da wieder in Köln abgelaufen ist, die Alternative wäre gewesen, Frauen den Zugang zur Domplatte zu verwähren, denn wer sich in Gefahr begibt kommt darin um.“ Genau, was haben die sich auch auf der Straße rumzutreiben, sollen hübsch zuhause bleiben, wie im Orient.
An dieser Stelle ist es angebracht, der deutschen Polizei ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Danke, dass ihr fünfzehn Stunden in der Kälte Dienst geschoben habt, während Politiker wie Simone Peter in ihrer grünen, von reichlich Security bewachten Kuschelwelt Ökosekt soffen und zum antirassistischen Erstschlag ausholten. Danke, dass ihr die Verbrechen vom letzten Jahr so effektiv verhindert habt. Danke, dass ihr für uns da wart. Ich gebe zu, ich ärgere mich oft genug über euch, weil ihr nie da seid, wenn man euch braucht, weil ihr blödsinnige Knöllchen verteilt, weil mir eure Maßnahmen oft völlig willkürlich erscheinen. Ja, auch ich habe mich vor vielen Jahren dazu hinreißen lassen, auf Demonstrationen „Wir wollen keine Bullenschweine“ zu skandieren. Ich war halt jung und doof. Danke, dass es Euch gibt. Ihr macht einen tollen Job.

 

Wanderer, kommst Du nach Worms …

In den Vogesen ist es nachts still. Nur die Eulen hört man schreien. Marder huschen einem auf den Wegen direkt vor die Füße, freundliche Katzen und Igel kommen vorbei, und an dem Rauschebach in Linthal gibt es Feuersalamander und Ringelnattern.

Das Abendbrot besteht, wie könnte es anders sein, aus Baguette und einem Kilo feinster französischer Käseauswahl. Und einem göttlichen Gewürztraminer aus Mittelwihr. Zum Nachtisch einen edlen Zwetschenschnaps, der hier tatsächlich „Eau de vie de Quetsch“ heißt. Die Luft am frühen Morgen ist so leicht und frisch, das man sich gar nicht satt atmen kann an ihr. Schmetterlinge flattern bunt über den spätsommerlichen Beeten, und man sitzt mit seinem Café au Lait in der Sonne und möchte nie wieder nach Hause. Idyll ist gar kein Ausdruck! Achthundertkilometer hin, achthundert Kilometer zurück, eineinhalb Stunden Stau. Die Angst, ob die alte Mühle die Höllenfahrt in das Elsass tatsächlich noch einmal mitmacht, fährt auf dem Rücksitz mit. Und das nur für drei Tage. Alles, um dem verregneten Sommer in Hamburg zu entfliehen.

Totally worth it.

Nach drei Tagen schlemmen und wandern ist es soweit: Es nützt ja alles nichts. Man tut gut daran, den langen Nachhauseweg durch kleine Exkursionen zu unterbrechen. Letztes Mal waren wir in Lorsch und haben das sehr sehenswerte Klostermuseum mit seinem romanischen Torbau besichtigt. Diesmal waren wir in Worms. Geschichtsbeflissen, wie ich bin, wollte ich schon immer mal nach Worms. Dieser Name klingt schon so schön alt. Und in der Tat ist Worms eine der ältesten Städte Deutschlands. Die Nibelungen! Die deutschen Kaiser! Die romanische Synagoge! Die Mikwe!

Das schöne alte Stadttor schraubt die Erwartungen hoch. Es ist so ruhig, das man zunächst glaubt, es wäre heute Sonntag. Oder die Pest sei gerade ausgebrochen. Die Stadt wurde leider in weiten Teilen von Luftangriffen zerstört und kaum etwas Erhaltenswertes wieder aufgebaut, bis auf den wuchtigen Dom, den einige schwarze Pestkreuze zieren. Also doch! Hässliche Nachkriegsbauten beleidigen das Auge, wohin man nur schaut. Obwohl klimatisch begünstigt, ist von südlichem Flair nichts zu finden, kaum Bäume, kaum Pflanzen, nicht einmal auf den Balkonen. Vermutlich denken die Wormser: Wozu soll das noch gut sein? Das reißt es auch nicht mehr raus. Nirgendwo ein Café oder halbwegs ansprechendes Lokal, das zum Verweilen einlüde. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, dass beim googeln von „Worms“ zahllose Bilder von Würmern zu sehen sind.

Also schleunigst auf zur Synagoge, ehe die elsässische Tiefenentspannung völlig verschwunden ist. Was wären die mittelalterlichen Städte gewesen ohne ihre Judengassen? Man hasste sie und verfolgte sie, tötete sie und unterzog sie Zwangstaufen, aber ohne ihre Geldwirtschaft funktionierte gar nichts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Die Judengemeinden waren ein Geldschwamm, den man je nach Bedarf, ob Palastbauten oder Fehden, Stadtwehranlagen oder Kriege, ständig auspressen konnte. Hier hat das antisemitische Klischee vom geldgeilen Juden seinen Ursprung, und es ist nicht totzukriegen: „Er ist einer jener Männer, die Geld verleihen, zu drei Pfennig pro Woche, was einem Jahreszins von 26 Prozent entspricht. Ohne Zweifel Wucher, doch viele (…) bezahlen ihre Schulden nur spät – oder nie“. Das steht tatsächlich im neuen Heft „GEO Epoche – Das Mittelalter“ über einen jüdischen Geldverleiher aus Köln. Ja, was sollte der Jude auch machen, außer Wucherzinsen zu nehmen. Inzwischen weiß man längst, dass die Höhe der Zinsen von der Willkür der Herrschenden abhing. Aber das Klischee ist lieb und teuer, und heute faseln Pseudolinke, die Kapital nicht von Kapitol unterscheiden können, von Turbokapitalismus und Heuschrecken.

In der Wormser Judengasse kann man die Vergangenheit  noch erahnen, erspüren, schon sehe ich einen heißen Augusttag im vierzehnten Jahrhundert vor mir: Kreischende Kinder spielen fangen zwischen den Marktständen mit geschächtetem Fleisch, Käse und Eiern, Pflaumen und Mirabellen. Die Frauen holen die geflochtenen Challoth aus dem Backhaus, die Berches, wie die Hefezöpfe sogar heute noch in Süddeutschland heißen, Männer mit langen Bärten kommen aus dem gedrungenen romanischen Bau der Synagoge, die auf der linken Seite eine kuriose Wölbung nach Innen aufweist: Eine schwangere Jüdin habe sich einmal dort gegen die Wand gepresst, um vor einem rücksichtslos durchrasende Fuhrwerk in dem engen Gässchen Schutz zu suchen, erzählt die Legende, und da habe die Wand der Schul nachgegeben, um das kostbare kleine Leben in ihr zu retten. Ihre Sprache ist mittelhochdeutsch, gemischt mit hebräischen Wörtern, sie werden sie mit nach Polen nehmen, wo man sie mit der polnischen Alltagssprache anreichern und Jiddisch nennen wird. Frauen mit Handtüchern unter dem Arm machen sich auf den Weg hinunter in die Mikwe. Ja, die Wormser Mikwe, die ist nun wieder jede Mühe wert. Steinerne Stufen führen hinunter ins Dunkel, an einem gotischen Spitzbogenfenster vorbei, achthundert Jahre tief in die Vergangenheit. Wahrscheinlich blakten im Mittelalter in diesem Fenster ein oder zwei Öllämpchen vor sich hin, wenn die Besucherin sich ihrer ganzen Kleidung entledigte, um dann, nach ihren unreinen Tagen, einmal kurz und gründlich unterzutauchen in dem eisigen grünlichen Grundwasser, das noch immer das Ritualbad füllt, als hätte es inzwischen keine Kreuzzüge, keine Armlederverfolgungen, keine Pestpogrome und kein drittes Reich gegeben.

Auf der Fahrt nach Osten über den Rhein beleidigt ein in Stein geronnenes, monumentales Schrecknis das Auge, der sogenannte Nibelungenturm über der Nibelungenbrücke. Gut, dass wir ihn erst gesehen haben, nachdem wir die Stadt zum ersten und zum letzten Mal besucht haben. Wäre der Nibelungenturm das erste gewesen, was ich von Worms gesehen hätte, hätte mich jeder Mut verlassen, die Stadt zu betreten.

 

Der Körperschleier ist ein Verbrechen

Im September 2014 wurde in Israel gefeiert, was das Zeug hielt. Das islamische Opferfest Eid Al-Adha, das jüdische Neujahrsfest Rosch-Hashana und der Versöhnungstag Jom Kippur, alles fand mehr oder weniger im Zeitraum von einer Woche statt. Noch nie hatte man in Tel Aviv derart viele Muslime gesehen. Und das ist das Bemerkenswerte an den muslimischen Israelis:

Sie möchten die Juden gern ins Meer treiben, aber es spricht nichts dagegen, vorher ihre Fischrestaurants und Eisdielen zu besuchen.

Am Opferfest haben muslimische Männer die religiöse Pflicht, ein Schaf zu schlachten und das Fleisch an die Armen zu verteilen. In der Praxis werden tagelang Grillpartys geschmissen. Im galiläischen Gan Hashlosha, einem Quellgebiet mit herrlichem Naturbad, war es brechend voll. Die Männer ließen es sich bei zweiunddreißig Grad im Schatten wohl sein in Shorts und Feinrippunterhemden und in den kühlen Fluten. Die Frauen waren von Kopf bis Fuß in schwarze Kunstfaser gehüllt, kümmerten sich ums Essen und schwitzten vor sich hin. Eine einzige durfte ins Wasser, ebenfalls von Kopf bis Fuß verhüllt. Wer bis dahin keine klare Vorstellung von der Stellung der Frau in der muslimischen Welt hatte, wusste spätestens jetzt Bescheid.

Die derzeitigen Debatten über das sogenannte Burkaverbot zielen in der Regel völlig an diesem eigentlichen Problem vorbei. Wer die Burka verbiete, tönte Nordrhein-Westfalens Innenminister, müsse auch verbieten, dass sich Menschen als Nikolaus verkleiden. http://www.focus.de/politik/videos/debatte-um-innere-sicherheit-innenminister-jaeger-burka-verbot-muesste-auch-verbot-von-nikolaus-verkleidung-bedeuten_id_5836763.html. Ich weiß nicht, ob Ralf Jäger die letzten zehn Jahre auf einem anderen Planeten gelebt hat oder vor dem Schlafengehen gelegentlich mit Meskalin gurgelt, aber von allen Beiträgen zu dieser Debatte ist dies mit Abstand der Verfehlteste.

Er zeigt auch, was exemplarisch für den Umgang mit dem Islam, der Flüchtlingspolitik und eben der Debatte um den Ganzkörperschleier steht: Die totale Unkenntnis der muslimischen Gesellschaft, Kultur und Alltagswelt. Auch von Freiheit ist immer die Rede, von unserer freiheitlichen Gesellschaft, die es sich nicht leisten könnte, Frauen vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden hätten. So ist es auch und so sollte es bleiben. Aber man sollte sich parallel vor Augen halten, dass sich Millionen Muslime in Europa genau um diese Freiheit einen Dreck scheren. Wer sich von den Bessermenschen immer mit dem schönen Gedanken tröstet, die stolze, emanzipierte Muslimin trage ihren Schleier freiwillig, hatte keine Vorstellung davon, in welchen sozialen Strukturen sie sich bewegt – es sei denn, er oder sie käme aus eines erzkatholischen Fünfhundertseelenkaff um 1900.

Der Fetisch des Islam ist die Sexualität der Frau. Mit der Kontrolle über ihren Körper steht und fällt ihre Ehre, die ihres Mannes, ihrer Brüder, Onkel und Großonkel, ihrer Söhne, ihrer Familie und der gesamten Umma. Klar, dass man etwas so Wichtiges daher nicht ihrem eigenen Gutdünken überlassen kann. Die Sexualität der Frau muss so rigoros wie möglich kontrolliert werden, und das fängt beim Kopftuch an und hört mit der Verstümmelung ihrer Genitalien auf. Zweckmäßig ist es daher, den weiblichen Körper aus der Öffentlichkeit zu bannen, den Blicken zu entziehen, sie ans Haus zu fesseln, oder ihn mittels Burka oder Niqab gänzlich zum Verschwinden zu bringen.

Wieso fällt eigentlich kaum jemandem das paradoxe Verhalten muslimischer Frauen auf, die sich bewusst durch Verschleierung ausgrenzen und dann anschließend herumjammern, dass sie sich ausgegrenzt fühlen? Es mag durchaus sein, dass viele Musliminnen ernsthaft glauben, sie trügen den Schleier freiwillig. Aber sie belügen sich selbst. Schließlich wurde ihnen von Kindesbeinen an eingetrichtert, dass sie ohne den Schleier nicht „geschützt“ seien. Die Ehre der Frau wird in jeder muslimischen Community sorgfältig bespitzelt. Eine deutsche Lehrerin, die mit ihrem türkischen Mann im Hamburger Problemviertel Mümmelmannsberg lebte, erzählte mit einmal, wie total diese Frauenkontrolle ist: Schon, wenn die kleine Schwester die U-Bahn-Station verlässt, wird von Freunden und Bekannten eine Sichtprüfung vorgenommen und per Handy weitergegeben. Ist sie allein? Ist sie im Beisein von Freundinnen und wenn ja, von welchen? Trägt sie Lippenstift? Was hat sie an? Trägt sie ihr Kopftuch? Bis sie zuhause ist, sind die Männer der Familie, deren Kontrolle sie unterworfen wird, bereits komplett im Bilde.

Ein Burkaverbot sei überflüssig, das Grundgesetz allein müsste doch ausreichen, las ich dieser Tage von irgendeinem Naivling bei Facebook. Wenn eine Frau keinen Schleier tragen wolle, dann könne sie doch einfach zur Polizei gehen. Schließlich würden in Deutschland ja auch eine Menge Frauen geschlagen, die könnten ja auch dergleichen tun. Empathiefreier Kulturrelativismus. Ach ja, wenn es so einfach wäre! Der Wunsch, den Schleier abzulegen, hat für Musliminnen nicht selten katastrophale Folgen. Eine Irakerin, die ich kannte, lebte unter fremdem Namen und mit komplett neuer Identität in Hamburg, so wie ein Kronzeuge gegen die Mafia. Sie hatte sich geweigert, dem Kopftuchbefehl ihres Mannes Folge zu leisten, daraufhin drohte er, sie umzubringen. Das war nur das, wie sie mir erzählte. Dem vorangegangen sein wird das im Koran in der Sure 4:34 vorgeschlagene Erziehungsprogramm: „Vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie.“

Islamapologeten behaupten gerade von dieser Sure gern, sie sei auf gar keinem Fall wörtlich aufzufassen. Aber das sieht in der muslimischen Praxis anders aus. Viele Europäerinnen, die mit ihrem Ehemann in einem muslimischen Land lebten, haben die Erfahrung machen müssen, dass ehrverletzendes Fehlverhalten exakt wie empfohlen abgestraft wurde, und zwar genau in der vorgeschriebenen Reihenfolge. Der muslimische Göttergatte hat in vielen Fällen auch ausdrücklich betont, es sei seine Pflicht, seine Frau zu „erziehen“.

Wer also demnächst bei dreißig Grad einen muslimischen Macho in kurzen Hosen und Ärmeln neben seiner komplett in bodenlangen schwarzen Nylon gehüllten Frau betrachtet, sollte seine Theorie von der Frauenfreundlichkeit des Islam noch mal überdenken. Es geht ja nicht nur darum, dass Terroristen sich unter der Burka verstecken könnten, was sie ja schon getan haben. Die Tatsache, dass der Ganzkörperschleier Frauen in der Öffentlichkeit zur Unperson macht, sie der Dehydrierung, Vitamin-D-Mangel durch zu wenig Sonnenlicht und Kopfhautschäden aussetzt, ihre Bewegung einschränkt und zur Stolperfalle wird, sollte schon Grund genug sein, ihn rigoros zu verbieten. Solange ich mich nicht unbekümmert bis zum Bauchnabel ausgeschnitten durch jedes muslimische Land dieser Erde bewegen kann, sehe ich keinen Grund, die Burka zu tolerieren. Der Körperschleier ist keine Modelaune – er ist ein Verbrechen.

Jung, hübsch, weiblich, muslimisch

Jung, hübsch, weiblich, muslimisch – Erklärbärin Sawsan Chebli, die stellvertretende Sprecherin des auswärtigen Amtes, erläutert in der FAZ im Gespräch mit dem Berliner Bürgermeister Müller, warum Muslime immer Opfer sind und die Sharia problemlos kompatibel mit dem Grundgesetz. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gespraech-ueber-unsere-gesellschaft-und-den-islam-14368816-p2.html
Chebli ist alles, was man einfach liebhaben muss: Eines von zwölf Kindern palästinensischer Asylanten, aus dem Arbeiterviertel Moabit und gläubige Muslimin, die eigentlich auch liebend gern ein Kopftuch tragen würde, was aber nach ihrer eigenen Aussage nicht geht, weil man damit in Deutschland keine Karriere machen kann. Wenn sie sich nicht gerade durch Pressekonferenzen stammelt und stottert https://propagandaschau.wordpress.com/2015/10/04/tilo-jung-productions-praesentiert-chebli-vs-chebli/, ist Frau Chebli in einem vom Bundesfamilienministerium finanzierten Projekt aktiv, das „JUMA“ heißt, wie das islamische Freitagsgebet, aber auch die Abkürzung für „Jung, muslimisch, aktiv“ ist. Auf dessen lahm frequentierter Facebookseite tauschen sich verschleierte Frauen nicht nur über schwer traumatisierende Diskriminierungserfahrungen aus, sondern auch darüber, wie schick und trendy es sein kann, Kopftuch zu tragen.
Ihr Vater spreche kaum deutsch und sei Analphabet, aber weitaus besser integriert als viele Funktionäre der AFD, haut Chebli gleich zu Anfang des Interviews zackig raus. Wie der Mann die vierzehn Personen seiner Familie ernährt, erfahren wir hingegen nicht. Obwohl seine Tochter auf das Übelste am Lernen gehindert wurde, weil ihre Lehrer meinten, „ein Flüchtlingskind gehöre nicht auf die höhere Schule“ http://www.rp-online.de/politik/deutschland/sawsan-chebli-vom-fluechtlingskind-ins-staatsamt-aid-1.5609423, meisterte Chebli Abitur und Studium. Sie ist zweifellos ein Beispiel dafür, dass Integration und eine erfolgreiche Karriere auch unter den widrigsten Bedingungen gelingen können. Ausgezeichnet, genau, das, was man braucht.
Was man hingegen nicht braucht, sind die hundertfach wiedergekäuten Belehrungen darüber, das verschleierte Frauen wie ihre fünf Schwestern das Kopftuch gänzlich freiwillig und darüber hinaus auch noch gegen den Widerstand ihrer Männer tragen. Wie könnte es auch anders sein in einem Haushalt, in dem fünf Gebete am Tag Pflicht waren und nach der Schule der Koran auswendig gelernt wurde.
Alle reden über Sharia, aber kaum jemand wisse, was das bedeutet, sagt Chebli und klärt auf: Sharia bedeute Weg zur Quelle oder Weg zu Gott und regele das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. Und da gehe es hauptsächlich um Gebet, Fasten und Almosen. Pipifax also. Das sieht in den muslimischen Ländern, wo die Sharia die Grundlage von Verfassung und Rechtssprechung bildet, allerdings ganz anders aus. Dort wird man auf dem Weg zur Quelle schon mal mit einer Verurteilung zu tausend Peitschenhieben überrascht, so wie der Saudi-arabische Blogger Raif Badawi. Von der Pervertierung des kuchenguten Islam durch den IS redet Chebli, der die muslimische Gemeinschaft in Geiselhaft nehme. Von Massenprotesten der Geiseln gegen diese Zumutung ist allerdings weit und breit nichts zu hören und zu sehen, und das, obwohl Muslime laut Chebli nach mehr Demokratie hungern sollen.
Wenn Muslime für Aliens gehalten werden, wie Chebli meint, könnte das daran liegen, das Muslime Aliens sind, denn bevor die ersten sogenannten Gastarbeiter aus den Balkanländern und der Türkei nach Deutschland kamen, waren Muslime in der deutschen Gesellschaft praktisch nicht präsent. Es kann auch daran liegen, dass gerade muslimische Frauen bemüht sind, sich äußerlich deutlich von ihrer Umgebung abzugrenzen, indem sie sich verschleiern. Dass davon nicht jeder Indigene begeistert sein kann, damit sollte man schon rechnen. Nun habe ich es in Ägypten und in Jerusalem auch erlebt, dass ich von arabischen Männern beschimpft, angetatscht und mit Dreck beworfen wurde. Aber dennoch würde ich so schnell nicht auf den Gedanken kommen, dass diese Männer sich gefälligst mit einem Outfit abzufinden hätten, das in ihrer Kultur nicht üblich ist. Jedenfalls habe ich zu diesem Thema keine Jammergedichte verfasst, wie die „Jumanerinnen“ auf der Facebookseite von Cheblis Projekt es tun.
Und ja, ich behaupte steif und fest, verschleierte Frauen sind unterdrückt von einer frauenverachtenden Ideologie, in der sie Menschen zweiter Klasse sind, von denen in der Öffentlichkeit so wenig wie möglich sichtbar sein sollte, oder die, wie Zehra Yilmaz es einmal bei Maischberger erklärte: Das Kopftuch solle die Frau in der Öffentlichkeit möglichst wenig, am besten aber gar nicht reizvoll machen.
Auf wen hören nun aber die Muslime in Deutschland? Auf niemanden, behauptet Frau Chebli. Ein Muslim sei nur Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet, so als gebe es keine Islamverbände, keine Imame und keine Freitagspredigten. Bürgermeister Müller sitzt daneben und nickt die plumpe Propagandashow weise ab, sagt Ja und Amen und bescheinigt der Religion an und für sich eine „wichtige, ja auch eine stabilisierende Funktion“. Wie hatte Volksbischöfin Margot Käßmann schon gesagt? Wer Angst vor dem Islam hat, soll mehr in die Kirche gehen. Durch die zunehmende Islamisierung wittern Evangelen und Katholiken seit einiger Zeit wieder Morgenluft.
Von Klerikern kann man so was erwarten. Aber wenn Politiker so anfangen, haben wir ein ernstes Problem.