Nachsitzen!

Mädchen wie Katharina Fegebank und Eva Högl konnte ich schon in der Schule nicht leiden. Dafür gab es genug Gründe: Sie hatten immer den dreifachen Pausenstullenumfang zur Verfügung und obendrein noch Geld von Papi und Mami zum Kuchenholen, damit sie nicht etwa während der letzten beiden Schulstunden einen Schwächeanfall erleiden mussten.

Sie bezeichneten selbst die schrecklichsten Pädagogen als „schwer in Ordnung“. Sie ließen einen nicht abschreiben und waren die Garantie für völlige Chancenlosigkeit, sofern sie beim Sportunterricht in derselben Mannschaft spielten.

„Sowas macht man nicht!“ war jahrzehntelang ein eiserner Grundsatz guter Erziehung, der für Kinder und Jugendliche, aber auch so manchen Erwachsenen richtungsweisend in Punkto Benehmen, Anstand, Pietät und Sitte war. Für Politiker sollte er ganz besonders gelten. Leider galt er für niemanden je weniger als Eva Högl und Katharina Fegebank.

Eva Högl sollte es eventuell mal damit versuchen, den folgenden Satz hundertmal in Schönschrift zu schreiben: „Ich darf nicht fröhlich lachen und Winke-Winke machen, während in Barcelona vierzehn Menschen sterben und über hundert verletzt werden.“

 https://www.stern.de/politik/deutschland/eva-hoegl–spd-politikerin-lachte-zur-terror-ansprache-von-martin-schulz-7586726.html

Wenn der Schreibkrampf nachgelassen hat, kann sie weitermachen mit: “Ich darf als Politikerin keine steuerzahlenden, mündigen Wählerinnen und Wähler bepöbeln!“ Denn wenn sie schon beim Lachen und Winken so „entsetzt“ war, dass ein derartig „falscher Eindruck“ entstanden sei, wie will sie sich aus der Unverschämtheit herauswinden, mit der sie in einem Tweet Abtreibungsgegner tatsächlich als „widerliche Lebensschützer“ bezeichnet hat?

http://www.deutschlandfunk.de/widerliche-lebensschuetzer-spd-politikerin-hoegl-loescht.1939.de.html?drn:news_id=861561bungsgegner als „widerliche Lebensschützer“

Nun, wir machen alle mal Fehler, und ganz gelöscht ist praktisch so gut wie nie gesagt. Eine Entschuldigung folgte gleichfalls. Aber es wäre einfacher gewesen, vorher mal einen Blick in unsere Verfassung zu tun. Man muss Abtreibungsgegner nicht mögen. Man muss aber als Mitglied des deutschen Bundestages irgendwannmal der Tatsache ins Auge sehen, dass auch Abtreibungsgegner ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben. Man muss sich irgendwie damit anfreunden, dass sie diese Meinung auch äußern dürfen, ohne von Politikern beschimpft zu werden.

Ein paarmal Nachsitzen wäre in dieser Hinsicht auch für Katharina Fegebank pädagogisch sinnvoll, die sich tatsächlich nicht enblödet hat, die Aufrufer zu den jeden Montag in Hamburg stattfindenden „Merkel muss weg!“-Demonstrationen als „echte Nazis“ zu titulieren.

 https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Reichsbuerger-bei-Anti-Merkel-Demos,demo2214.html

 Als Altlinke ist es für mich ohnehin ein großes Rätsel, warum man als „rechts“ gilt, wenn man einen CDU-Spitzenpolitiker dahin wünscht, wo der Müll noch nicht getrennt, sondern gegessen wird. Dass gehörte in meiner Jugend, als man lechts und rinks noch nicht velwechsern konnte, noch zur Selbstverständlichkeit für einen guten Linken, ebenso wie die Ablehnung jeglicher Religion und die Hochhaltung der Werte der Aufklärung. Vielleicht sollte man die Fegebank auch mal an den Schultern nehmen, kräftig schütteln und rufen, Mensch Mädchen, wach mal auf, die Leute haben nur eine andere politische Meinung, die dürfen das, weil wir immer noch in einem demokratischen Staat leben! Nein, die dürfen das wohl doch nicht, und wenn Frau Fegebank weiterhin ihre linkspopulistischen Satzbausteine im Hamburg Journal absondern darf, werden sicher noch mehr Bürger, die nichts weiter tun, als ihr Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung auf Demonstrationen wahr zu nehmen, so enden wie der Demonstrationsteilnehmer, der von wohlmeinenden guten deutschen Linken zusammengeschlagen und ins Gesicht getreten wurde.

 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3896320

Noch heute wünsche ich Mädchen wie Katharina Fegebank und Eva Högl lebenslange Jungfernschaft, ein vom Kardiologen verordnetes tägliches Zirkeltraining und definitiv viel, viel mehr Hausaufgaben.

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Das bittere Leben der Sugar Mamas

„Sabine, 52, heiratet Mahmoud, 25. Kann das Liebe sein?“, fragt Zeit online http://www.zeit.de/2017/44/beziehungen-syrer-deutsche-heirat-flucht-partnerschaft.

„Bezahlen ältere Österreicherinnen Flüchtlinge für Sex?“ fragt man in den HNA https://www.hna.de/welt/sugar-mamas-bezahlen-aeltere-oesterreicherinnen-fluechtlinge-fuer-sex-zr-8527207.html.

Auch das Schweizer Newsportal 20min.ch behauptet süffisant „Ältere Frauen nehmen Flüchtlinge für Sex auf“. http://www.20min.ch/panorama/news/story/-ltere-Frauen-nehmen-Fluechtlinge-fuer-Sex-auf-12248628in.ch

Und schnell ist in den Social Media sogar von „Sex-Sklaven“ die Rede, abstoßend untermalt von Bildern möglichst wabbeliger und faltiger Frauen zusammen mit exotischen Epheben. Die Flüchtlingskrise hat eine neue Steilvorlage für Frauenhasser kreiert: Die Sugar Mama.

Reife Frauen „halten“ Flüchtlinge als „Lustknaben“? Im Käfig? An der Leine? Wahrscheinlich gibt es im Einzelfall Ähnliches, da es bekanntlich nichts gibt, was es nicht gibt. Im Wesentlichen dürfte das Thema „Sugar Mamas“ aber der unreifen Fantasie von Redakteuren entsprungen sein, die ihre einsamen Abende mit einem Ratskrone Pilsener und einer Packung Kleenex in vertrauter Gesellschaft ihrer rechten Hand vor der Youpornabteilung „MILF’s“ verbringen. Wer es nicht weiß oder zu faul zum googeln ist: MILF bedeutet Mother I’d Like to Fuck. Eine schöne reife Frau bringt dem unerfahrenen jungen Draufgänger alles über Sex bei. Das mag besonders für junge Männer aufregend sein – für Frauen ist die Vorstellung so erregend wie eingeschlafene Füße.

Auf die abstruse Idee, junge muslimische Männer ließen sich von einer Ungläubigen, die altermäßig die Mutter oder Großmutter sein könnte, als williges Sexhäschen benutzen, kann nur kommen, wer von der muslimischen Kultur nicht die geringste Ahnung hat. „Bezahlter Sex kann psychische Folgen haben und zu einer Abwertung des Frauenbildes (sic!) insgesamt führen.“ Das sei für Männer diese Männer „Doppelt erniedrigend, da sie aus einer Kultur kämen, wo der Mann das Sagen hat.“ https://wize.life/themen/kategorie/leben/artikel/59982/ich-bin-eine-sexmaschine-fuer-sie-reife-frauen-halten-fluechtlinge-als-lustknaben.

Aber ist das wirklich so? Dass Männer im Orient das Sagen haben, hat man immerhin schon mitgekriegt. Was man hingegen nicht weiß, ist, dass sich diese Männer niemals freiwillig in eine Beziehung begeben, die sie in ihrer Heimat der Lächerlichkeit preisgeben würde. Es sei denn, es sprängen dabei massive Vorteile heraus.

Der Weg nach Europa führt am sichersten und einfachsten über europäische Frauen. In Europa will man das nicht wahrhaben, im Orient und in Afrika weiß man das seit vielen Jahrzehnten. Ältere Frauen sind selbstverständlich bevorzugte Objekte, da sie in der Regel in finanziell gefestigtern Verhältnissen leben und emotional wesentlich bedürftiger sind. Zwar wird den gutgläubigen Frauen im Zweifelsfall immer die rührende Geschichte von Mohammed und seiner älteren Frau Khadeja erzählt, aber der Teil, auf den es ankommt, wird für gewöhnlich ausgelassen: Mohammed war nach dem Tod der wohlhabenden Karawanenführerin finanziell grundsaniert.

Natürlich hat nichts davon mit Liebe zu tun. Natürlich wissen Männer von Casablanca bis Kabul, dass europäische Frauen auf die beklopptesten Liebesschwüre hereinfallen, solange sie von einem schutzbedürftigen, schwer traumatisierten Exoten kommen. Daher haben die Männer die entsprechenden Phrasen auch schon im Vorwege auf dem Smartphone gespeichert. Natürlich wissen sie, wie man Europäerinnen psychisch und emotional von sich abhängig macht. Und, nun kommt die große Enttäuschung, nicht einmal mit Sex hat das Ganze wirklich etwas zu tun – jedenfalls für die Frau. Die Bedürfnisse des Mannes stehen selbstverständlich im Vordergrund, ihre sind nachrangig, ein Nein wird nicht akzeptiert und die meisten Frauen schildern den Sex später als außerordentlich unbefriedigend.

Leider habe ich diese Geschichten oft genug gehört, und spätestens nach dem dritten Mal klingen sie alle gleich. Etwas Besseres, als bei einer älteren Frau privat unterzuschlüpfen, kann den meisten jungen Flüchtlingen kaum passieren. In der Regel wohnen und essen sie kostenfrei, Kleidung und anderes wird ihnen nicht selten spendiert; sie müht sich ab, ihm richtiges Deutsch beizubringen, ihm Jobs und Ausbildungsplätze zu verschaffen. Und natürlich schlafen sie oft mit der Frau des Hauses. Die meisten Frauen haben das nicht einmal vorgehabt, werden aber mit List und Tücke dazu gebracht, denn da ist man ganz pragmatisch: Lieber Sex mit einer alten Fregatte, als gar keine action.

Leider neigen Frauen dazu, auch in den abstrusesten Fällen noch an die große und wahre Liebe zu glauben. Oder wenigstens an die große Freundschaft. Im worst case scenario heiraten sie ihren Schützling, damit er in den Genuss einer unbegrenzten Aufenthaltserlaubnis kommt. Aber dann beginnt mitnichten das große Glück. Dann wird entweder die minderjährige Kusine nach Europa geholt oder die Ehefrau, die es natürlich die ganze Zeit über gegeben hat. Die Sugar Mamas jedenfalls bezahlen einen sehr hohen Preis. Am Ende der Affäre sitzen sie allein da, mit erheblichen emotionalen, psychischen und oft genug finanziellen Schäden. Arbeitslosigkeit, Verlust des Wohnhauses, Aufenthalt in der Psychiatrie, sogar so kann der Lebensstil der Frau enden, die man so launig Sugar Mama nennt. Im Desaster.

 

 

Lehret eure Töchter die Furcht!

Jetzt, wo der Jahreswechsel ansteht und mit ihm die alljährlich wiederkehrenden öffentlichen Taharrusch-Rituale; jetzt wo die Nation fassungslos vor dem Massaker an einer Fünfzehnjährigen in einem Drogeriemarkt in Kandel

http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/verbrechen/maedchen-im-supermarkt-erstochen-54320780,view=conversionToLogin.bild.html,

begangen durch einen afghanischen Flüchtling, steht, halte ich es für geboten, den Eltern im Lande einen guten Ratschlag zu erteilen. Auch, wenn die Wogen anschließend hochgehen, wenn es wieder heißen wird, als Frau ohne Kinder hätte ich da ohnehin nicht mitzumischen:

Ich tue es trotzdem, denn nie war es mehr vonnöten.

Unlängst hörte ich aus dem Bekanntenkreis folgende wüste Story: Der Sohn sei am frühen Sonntagmorgen aus dem Bett geklingelt worden. Von einer Klassenkameradin. Mit selbiger war er am Vorabend auf einer  Party gewesen. Beim „Feiern“ also. Das Feiern gestaltete sich für das junge fünfzehnjährige Mädchen (tut mir leid, aber das Wort „Frau“ kommt mir einfach nicht über die Lippen) dahingehend, dass sie sich ins Koma trank und sich darob von irgendeinem wildfremden Kerl beschlafen ließ. Nun brauchte sie die Pille danach und traute sich allein nicht zur Notaufnahme. Ob er vielleicht mit ihr…?

Diese Story lässt mit bis heute keine Ruhe, weil sie so exemplarisch für alles steht, was heute in der Erziehung so völlig schief läuft. Mädchen können bereits mit vierzehn ohne Wissen der Eltern die Pille nehmen, und das sei richtig so, hört man von Erziehungsberechtigten immer. Alles besser, als eine ungewollte Schwangerschaft.

Wirklich? Wäre es nicht viel, viel angebrachter, einem Mädchen erst einmal Selbstbewusstsein, Achtung vor sich selbst, Stolz auf den eigenen Körper und die weibliche Sexualität beizubringen? Sie zu lehren, dass es für eine richtige Frau (außer der Erzeugung von Nachkommenschaft) nur einen wirklichen Grund geben kann, mit einem Mann ins Bett zu steigen, nämlich der eigene Lustgewinn? Und vor allem, wie wichtig es ist, auf sich aufzupassen?

Es kann natürlich viele Gründe dafür geben, warum sich das Mädchen im obigen Fall nicht der Mutter oder dem Vater anvertrauen möchte. Gesetzt den Fall, die Eltern haben ihre Tochter im Sinne der freien Entfaltung ihrer Sexualität erzogen – war es das, was sie sich darunter vorgestellt haben? Ihr kleines Mädchen komatös mit gespreizten Beinen unter irgendeinem verantwortungslosen Sack, der sie als Spermaentsorgungsanstalt benützt, um anschließend fröhlich und unbeschwert seiner Wege zu ziehen? Die Eltern werden möglicherweise ihre Tochter gelehrt haben, dass Spaß am Sex zum Leben gehört. Gut so! Aber die Tochter wird in dieser Nacht alles Mögliche gehabt haben. Dass Spaß dabei war, bezweifle ich. Denn Sex ist kein folgenloser, verantwortungsfreier Zeitvertreib wie Kaugummikauen oder Burgermampfen.

Sex sollte man erst haben, wenn man verantwortlich mit dem eigenen Körper umgehen kann.

Wir durften erst ab sechzehn, und das war richtig so, denn da waren die meisten von uns junge Erwachsene, was man heute in der Regel nicht mal von Zwanzigjährigen behaupten kann.

Liebe Eltern, lehret eure Töchter, sich zu fürchten! Lehret eure Töchter, sich zu fürchten fürchterlich! Denn die Furcht ist eine gute Einrichtung der Natur, die der Gefahrenabwehr und der Selbsterhaltung dient. Lehret eure Töchter nicht, offen und vorurteilsfrei auf die Menschen zuzugehen, wie die arme junge Frau in Kandel, die, zusammen mit den Eltern glaubte, die Männer ticken in Afghanistan genauso wie in Deutschland. Diese wohlmeinenden Eltern, die glaubten, Gutes zu tun, als sie den Mörder ihrer Tochter im Familienkreis willkommen hießen, weil er doch ganz allein war und gar keinen hatte. Wussten sie nicht, dass es für junge Muslime keinen größeren Glücksfall gibt, als endlich wenigstens einmal im Leben vom strafenden Imam, prügelnden Vater, überwachenden Bruder und der keifenden Mutter befreit zu sein, um sich mal richtig vollzusaufen, vollzudrogen und auszuhuren? Der Mörder der Tochter habe sie aus Eifersucht gestalkt, hieß es. Bullshit! Er reagierte so, weil ihm wie einem verzogenen Kleinkind das schönste Spielzeug weggenommen wurde. Und damit war seine Ehre verletzt, oh, oh!

Mir blutet das Herz, wirklich, es tut mir weh, dass diesen Eltern nicht im Entferntesten klar war, wie sehr dieser Afghane das Mädchen, dass er erstochen hat, verachtet hat. Denn natürlich war sie in seinen Augen nur eine „Sharmuta“, eine Prostituierte.

Gehe nie mit fremden Männern mit! Steig nie in irgendein Auto! Wenn er irgendwas tut, was du nicht willst, schreie laut und renne weg, so schnell du kannst! Pass auf dich auf! Hörst du?

Tausendmal hat meine Generation diese Ermahnungen zu hören bekommen. Und das war gut so.

Und natürlich wurde uns viel weniger erlaubt. Das war gut so. Wenn also Ihre minderjährige Tochter unbedingt in einer Großstadt in der Öffentlichkeit Silvester feiern will, dann seien Sie eine Frau und verbieten es ihr. Dann seien Sie ein Mann und verbieten es ihr. Wenn Sie ihre Tochter lieben, lehren Sie sie das Fürchten.

 

 

Ruhe im Puff!

Das Abgleiten in die Prostitution galt in den Siebzigern spätestens mit dem Skandalbuch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F. als die schlimmst mögliche weibliche Karriere.

Warum heute eine bildhübsche, honigblonde junge Arzttochter sich aus Neugier und Abenteuerlust zwei Jahre lang für die Arbeit im Puff entscheidet, erklärt uns Ilan Stephani in ihrem Buch „Lieb und teuer – was ich im Puff über das Leben gelernt habe“ https://www.amazon.de/dp/B071VNZNS7/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1.

Ein Stoff, mit dem feuchte Verlegerträume wahr werden. Freiergemeinden jubelten im Chor:

Na bitte, da sieht man’s doch wieder, Prostitution gibt’s doch mit selbstbestimmten, glücklichen Frauen in besten Arbeitsbedingungen. Die Studentin, die sich für die Knochenarbeit im Imbiss oder Supermarkt zu fein ist, gehört schließlich zur beliebtesten narrativen Freierfolklore.

Es könnte alles so schön sein, wenn die Autorin nicht nach zwei Jahren im Puff nüchtern Bilanz ziehen würde: Prostitution muss verschwinden, denn gute Prostitution gibt es nicht.

Bei RP-Online http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/ex-prostituierte-ilan-stephani-ueber-die-arbeit-als-hure-und-ihr-buch-lieb-und-teuer-aid-1.7163936, wo man es der kleinen Nutte offenbar mal so richtig zeigen will, stellt man zunächst unverschämte Fragen wie „Was gefällt Ihnen besser? Puff oder Bordell? Schwanz oder Penis? Ficken oder Sex haben?“ Doch die Autorin reagiert souverän, selbst, als man ihr vorwirft, ihr Erfahrungsbericht sei in Teilen banal. Aber der ganze Sex im Bordell ist letztlich banal, stellt sie fest.

Nachdem Ilan Stephani im Berliner Prostituiertenprojekt „Hydra“ vorstellig wurde und zu ihrem großen Erstaunen festgestellt hat, das Prostituierte ganz normale Frauen sind, wagt sie den Sprung. Ihre Arbeitsbedingungen sind unter den Umständen die bestmöglichen:

Die vornehm als „Hausdame“ bezeichnete Puffmutter hält den Frauen diskret die abgelehnten Freier vom Leib, es herrscht sowohl Kondom- wie Duschzwang, Alkohol wird nicht ausgeschenkt, und um 23:00 ist Ruhe im Puff. Küsse, aber auch bestimmte sexuelle Praktiken wie Analverkehr, BDSM und Ejakulationssudeleien lehnt Ilans prostituiertes Alter Ego „Paula“ grundsätzlich ab. Um an dieser Stelle mal wieder eines der großen Rätsel um die Mythen über weibliche Sexualität zu lösen: Die meisten Frauen lehnen diese Praktiken ab, und zwar weil sie schmerzhaft, demütigend oder ekelerregend sind, auch wenn Pornos naive Konsumenten anderes glauben machen wollen. So genießt die Autorin ein berufliches Umfeld, das sich himmelhoch von der Mehrheit der restlichen rund 400.000 Huren in Deutschland unterscheidet. Doch selbst unter diesen Umständen bleiben Stephani nicht die branchenüblichen Kollateralschäden erspart; eine brutale Vergewaltigung, die sie zunächst verschweigt und auch nicht anzeigt, die Beschimpfung als „Nutte“ einiger Freier kurz vor dem Höhepunkt, und chronische Überstrapazierung der Vaginalschleimhaut sowie wachsende Langeweile bringen sie letztendlich zu der Erkenntnis, dass die Arbeit im Puff wohl doch eher suboptimal sein könnte.

Die Freier, das ist zu erfahren, sehen sich im seltensten Fall als Freier, und wenn man beiläufig erwähnt, man befände sich im Puff, fallen sie vor Schreck fast aus dem Bett. Freier sind immer nur die anderen, und nur die sind auch schlimm. Die Fähigkeit der Freier, sich von der kläglichen Warensituation abzukoppeln, grenzt fast an Schizophrenie: Sie unterstellen der Hure, nicht er, sondern sie habe ihn ausgesucht; nicht er, sondern sie wolle Sex, und sie können sich nicht vorstellen, dass die Hure nur so tut, als interessiere sie irgendwas von dem, was er über sein belangloses Dasein erzählt.

Was in diesem Buch wirklich zu Aha-Erlebnissen führt, ist zweifellos die Schilderung der Reaktionen ihrer unmittelbaren Umwelt auf das Geständnis, dass sie als Prostituierte im Bordell arbeite. Die eigenen Eltern, wohlgemerkt, respektieren ihre Tätigkeit und nehmen offenbar auch die Gefahren, denen ihre Tochter ausgesetzt ist, billigend in Kauf. So läuft das in der Generation Y, alles ist irgendwie gleichwertig, ob Minirock oder Hijab, ob Einserabitur oder Legasthenie, ob Hure oder Quantenphysikerin. Aber während die meistens Männer entsetzt sind, kommt von gleichaltrigen Freundinnen oft genug ein „Daran habe ich auch schon gedacht“.

Ja, man liest richtig, es steht dort wirklich mehrfach. In diesem Sinne außerordentlich erhellend ist die „Döner-Anekdote“ einer Kollegin Stephanis. Auf die Frage, wie sie auf die Idee mit der Prostitution gekommen sei, erzählt diese, wie sie mal einen Mann aus einem Club abgeschleppt hat. Bevor es in ihrer Wohnung zur Sache geht, lädt er sie zum Döner ein. Nachdem es zur Sache gegangen ist, sagt er zu ihr: “Geil. Jetzt hatte ich einen guten Fick für 2,50 Euro“.

Und die Kollegin fühlte sich offenbar weder verletzt, erniedrigt und ausgenutzt, sie sagt dem kranken Arschloch nicht, dass er künftig mit seinem Knie vorliebnehmen möge, nein, sie kam auf die glorreiche Idee, in die Prostitution zu gehen. Stephani stellt fest, was nicht zu übersehen ist: viele junge Frauen haben keine Hemmungen, sich zu prostituieren, weil sie Sex nicht anders als Dienst am Mann kennen lernen. Untersuchungen wie zum Beispiel des Wiener Instituts für sexuelle Gesundheit https://www.welt.de/gesundheit/article123477244/Der-weibliche-Orgasmus-bleibt-voller-Geheimnisse.html

bestätigen, dass Sex für Frauen alles andere als erfüllend ist; die Mehrheit bekommt regelmäßig keinen Höhepunkt, die Mehrheit täuscht ihn ebenso regelmäßig vor. „Frauen lernen von klein auf, sich über ihren sexuellen Wert für Männer zu definieren … dass sie den Mann sexuell erregen, ist längst ihre eigene Sexualität geworden“, resümiert die Autorin.

Das in diesem Sommer in Kraft getretene neue Prostituiertenschutzgesetz kritisiert Stephani scharf als diskriminierend, nutzlos und gefährlich. Die stigmatisierende „Kennkarte“ für die Prostituierte sei für Zwangprostituierte, die diese nicht erhielten, unter Umständen das Todesurteil.

Seit der Legalisierung der Prostitution im Jahr 2002 ist der Markt explodiert. Es gehen zehnmal soviel Männer zu Prostituierten wie vor diesem Zeitpunkt, etwa 1,2 Millionen täglich.

Der Mythos, Prostitution reguliere in irgendeiner Weise das eruptive männliche Triebleben, das laut der Autorin ohnehin nur ein weiterer Mythos ist, ist damit hinfällig. Der Boom der Prostitution, gekoppelt mit der Tatsache, das junge Frauen den Sex im Puff als „ganz normal“ empfinden, weil sie nie Besseres kennen gelernt haben, ist alarmierend. Diese Entwicklungen sind mitnichten ein Indikator für Liberalität und sexuelle Befreiung – sie zeigen eine sexuelle und psychische Verwahrlosung, die in der Geschichte der Menschheit bisher beispiellos ist.

 

Fa sangue il vino!

 

Ich bin, was Leckereien angeht, zugegebenermaßen mit einem ziemlichen Dachschaden ausgestattet. Ich bin imstande, bei dreißig Grad im Schatten kilometerlang durch Pisa zu schleichen, nur weil es am anderen Ende der Stadt in der Pasticceria „Pisa dolce“ Pistazien-Eclairs gibt, die himmlisch schmecken; und wenn ich das Glück habe, im September in Italien zu weilen, stopfe ich Erdbeertrauben in mich hinein, bis sie mir zu den Ohren herauswachsen. Die uva fragola ist tatsächlich ein Hybrid aus der Erdbeerpflanze und der Weintraube und schmeckt genau so.

Nichts lässt Schlemmerherzen so hoch schlagen wie ein Herbsturlaub in Italien. Die Überfülle nahrhafter Natur rasselt einem beim Wandern buchstäblich um die Füße: In der Lombardei sind jetzt die Edelkastanien reif und man kann sie kiloweise einsammeln. In den waldreichen Gebieten rund um den Lago Maggiore schießen die Pilze wie Pilze aus dem Boden, und meine Freude über die ersten selbst gefundenen funghi porcini, also Steinpilze, ist riesig. Mit vier großen Exemplaren rauscht man von 980 Metern zu Tale. Zu den infrastrukturellen Highlights des Ortes Pino alla Sponda del Lago Maggiore gehört neben dem Postämtchen im über tausend Jahre alten Festungsturm auch ein Handtuchgroßer Lebensmittelladen. Wenn man noch nie selbst gepflückte Pilze in die Pfanne gehauen hat, ist es angebracht, zuvörderst Rat einzuholen. Im Lädchen bildet sich um mich und den Pilzfund rasch ein Ring von Sachverständigen. Ja, diese beiden seien zweifelsfrei Steinpilze, jene hingegen schmecken am besten getrocknet im Risotto; sisi, si puó mangiare, aber am besten nur die Hüte, die Stiele seien zu zäh. Auf die Ratschläge einer italienischen Hausfrau können selbst international ausgezeichnete Küchenchefs bauen.

Und wenn es nur die Maroni und die Pilze wären! Die Toskana wartet jetzt mit ihrer Überfülle von Gartenfrüchten auf; Kürbisse, Paprikaschoten, Zucchini, Auberginen, Bohnen, Trauben, Birnen, und das alles wächst einem quasi in den Mund und kostet so gut wie nichts. Die schmackhaften Küchenkräuter, Oregano, Salbei, Lorbeer und Rosmarin, kann man beim Wandern pflücken. Auch ist die Zeit der Trüffel angebrochen, der schwarzen und der noch feineren weißen. Jetzt hobelt man sie hauchdünn auf alles, was nicht bei drei vom Teller runter ist, Rindercarpaccio, Pastagerichte und sogar auf eine schmackhafte Pizza. Von ignoranten Frevlern wird man gelegentlich gefragt, ob das italienische Speiseeis denn nun wirklich soviel besser sei als das deutsche. Oh. Ja. Die vielen Sorten aus einer echten Gelateria Artigianale sind grandios – ähnlich gutes Eis bekommt man allenfalls noch in Israel.

Überhaupt sind die italienischen Supermärkte hervorragend sortiert, ebenso wie die französischen, und das Angebot an erstklassigen, vorbereiteten Speisen, die man nur noch in die Pfanne werfen muss, ist riesig. Frischer Fisch und Meeresfrüchte sind für experimentierfreudige Hobbyköche jederzeit zu haben. Als ich einmal Dorade mit Kartoffeln vom Blech zubereiten wollte, stieß ich allerdings auf ein unvorhergesehenes Hindernis: Der Fisch war vollkommen intakt. Also absolut noch nicht ausgenommen. Nun, der Hunger war groß und vom Herumstehen wurde das Problem nicht besser. Antje, du kannst das. Ein paar Lockerungsübungen machen, den kleinen, glitschigen Fisch in die Linke, das große, spitze Messer in die Rechte. Na, los, worauf wartest du? Lieber doch erstmal einen Grappa kippen. Nunc est bibendum: Fisch aufschlitzen, die superekligen, megaglitschigen Eingeweide herauskratzen, abspülen, na bitte, geht doch. Gott, war das widerlich! Die toskanische Hofkatze war anderer Meinung und wartete anderntags schon am Morgen auf das abendliche Doradenmassaker.

Die Gefahr, irgendwo in der Toskana ein richtig mieses Essen vorgesetzt zu bekommen, ist relativ gering, da so ein Lokal nicht lange existieren würde. Will man ein gutes toskanisches Menu genießen, würde ich dennoch stets dazu raten, eine kleine Osteria aufzutreiben, die vorwiegend von Einheimischen frequentiert wird. (z.B. Osteria dell’Orto, Via dell’Orto, Florenz). Kennen lernen kann man dort zum mittäglichen Pranzo leckere Crostini, kleine geröstete Weißbrotscheiben mit einer aromatischen Paste aus Hühnerinnereien. Wenn man es schafft, diese Tatsache zu verdrängen, lassen sie sich zutiefst genießen. Eine Portion Pappardelle al cinghiale (Bandnudeln mit Wildschweinragout) ist typisch toskanisch, dazu gibt es fast salzloses Brot, mit dem man den Teller leer wischen kann, damit einem nichts von der schmackhaften Soße entgeht. Dazu trinkt man aus Wassergläsern selbstverständlich einen guten Hauswein – fa sangue il vino, Wein wirkt blutbildend, sagt man in Italien. Selbstverständlich gibt es auch für Vegetarier ein großes, verlockendes Angebot – der Duft des Pastagerichtes mit Trüffeln, das kurz vorbei getragen wird, hängt tatsächlich minutenlang im Raum.

Einen delikaten Abschluss findet das Mittagsmenu mit Cantucci, einer Art Zwieback, der in der jüdischen Küche als Mandelbrot bekannt ist. Er ist hart wie Beton und deshalb tunkt man ihn zur Vermeidung von Gebissschäden in vin santo, einen edlen Süßwein. Wenn Sie nach diesem königlichen Mahl in falscher Tonlage Arien singen und viel Geld für italienische Schuhe ausgeben, hat der Koch alles richtig gemacht.

 

 

Tagliatelle mit Steinpilzen (4 Personen)

 

500 g Tagliatelle

3-4 Steinpilze

250 g Datteltomaten

Olivenöl

1 Knoblauchzehe

Salz, Pfeffer

Die Pilze säubern (nur abreiben, nicht waschen!), das unterste Fußende knapp abschneiden und längs in hauchdünne Scheibchen schneiden. Datteltomaten waschen und vierteln und salzen, Knoblauchzehe pellen und in Scheibchen schneiden. Die Pasta al dente kochen. 3-4 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, darin die Pilze schnell zusammen mit dem Knoblauch quasi frittieren, salzen und pfeffern. Die fertige Pasta rasch mit den Pilzen und den Tomaten vermischen.

 

Heiße Maroni

 

Die Maronen mit einem Tuch abwischen und mit einem scharfen Messer am spitzen Ende kreuzweise einschneiden. Bei 180° im Ofen etwa eine Viertelstunde rösten, bis die Schale platzt. In der Mikrowelle dauert es nur drei Minuten. Die Schale vorsichtig von den heißen Früchten pellen und mit einem kühlen Glas Vernaccia di San Gimignano genießen.

 

Dorade mit Kartoffeln vom Blech (2 Personen)

 

1 gr. Dorade

800 g fest kochende Kartoffeln

2-3 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer, Knoblauch

1 Zweig Rosmarin

 

Die Kartoffeln schälen, waschen, längs vierteln und in nicht zu dicke Spalten schneiden, abtropfen lassen. Ofen auf 200 ° vorheizen. In einer Schüssel das Öl mit Salz, Pfeffer, gehacktem Knoblauch und Rosmarin mischen, die Kartoffelspalten gut darin wenden. Auf dem Backblech verteilen und im Ofen zehn Minuten vorgaren. Kartoffelblech herausnehmen, etwas Platz für den Fisch schaffen. Die ausgenommene, abgespülte und trockengetupfte Dorade auf den freigewordenen Platz legen und zusammen mit den Kartoffeln noch gut zwanzig Minuten garen.

Kein Ende abzusehen

Gute Neuigkeiten im jüngsten Fall einer schweren sexuellen Straftat von Flüchtlingen: Der Marokkanische Vater zweier minderjähriger Täter greift durch und befiehlt seinen Söhnen, sich der Polizei zu stellen https://www.welt.de/vermischtes/article168261861/Vater-befahl-den-Bestien-von-Rimini-sich-zu-stellen.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_twitter.

Weniger erfreulich die neuesten Entwicklungen im Fall der vergewaltigten und krankenhausreif geschlagenen Joggerin in Leipzig: https://www.welt.de/vermischtes/article168277367/Leipziger-Oberbuergermeister-ruegt-Polizei-fuer-Jogger-Ratschlaege.html, denn dort rät die Polizei explizit dazu, als Frau nicht mehr allein joggen zu gehen. Mit anderen Worten: Das Recht auf Bewegungsfreiheit und körperliche Unversehrtheit für Frauen kann in Leipzig nicht mehr sichergestellt werden.

Wie skrupellos, moralisch verkommen und emotional zurückgeblieben muss ein Mann sein, der einer Frau mit voller Wucht mehrfach ins Gesicht tritt und sie anschließend vergewaltigt? Wie bringt man es mit gerade mal fünfzehn Jahren fertig, im Beisein des Bruders und zweier weiteren Männer, einen Mann schwer zu misshandeln und anschließend dessen Freundin zu vergewaltigen? Diese Fragen muss man sich stellen. Die Antwort pseudolinker Apologeten lässt sich vorweg nehmen: Deutsche Männer machen so was ja auch, und das ist viel schlimmer, weshalb wir uns mal nicht so anstellen sollen. Aber die Qualität der sexuellen Gewaltverbrechen, mit denen wir es mittlerweile fast täglich zu tun haben, ist eine völlig andere. Die gemeinschaftlich begangene und mit dem Handy gefilmte Vergewaltigung, in der vollen Überzeugung, dass das Opfer es so will und verdient hat, häufig sogar noch unter auffallender Inkaufnahme etwaiger Zeugen, ist eine vollkommen neue Dimension.

Selbstverständlich muss der kulturelle und gesellschaftliche Hintergrund der Täter zur Erklärung ihrer Verbrechen herangezogen werden, denn während in Europa die Gleichstellung von Mann und Frau gesetzlich verankert ist, gibt es nun mal Gegenden auf der Welt, wo allein schon der Anspruch von Frauen auf Gleichberechtigung als Schwerverbrechen gilt. Marokko beispielsweise mag für viele Deutsche das Land herrlicher Strandurlaube mit hilfsbereiter und aufgeschlossener Bevölkerung sein. Dennoch ist es auch in marokkanischen Haushalten gang und gäbe, dass Frauen nie ohne Begleitung das Haus verlassen dürfen, über kein Geld verfügen und bei Verfehlungen von den Männern Erziehungsmaßnahmen wie Schläge und Freiheitsberaubungen dulden müssen wie unartige kleine Mädchen. Die Ehre des Mannes und der Familie muss gewahrt bleiben, das ist das oberste Gebot, dem sich jeder unterzuordnen hat. Frauen in Europa, und das weiß vom Maghreb bis zum Hindukusch jeder, haben keine Ehre. Sie laufen praktisch nackt und ohne Erlaubnis des Mannes frei auf der Straße herum, lassen sich ansprechen und, was bei weitem natürlich das Schlimmste ist, haben außerehelichen Sex wann sie wollen und mit wem sie wollen. Wie exzessiv die Gedanken muslimischer Männer aus sexuell repressiven muslimischen Ländern wie z.B. Ägypten um westliche Frauen kreisen, hat Hamed Abdel Samad in seinem ersten Werk „Mein Abschied vom Himmel“ beschrieben.

Hier klaffen nahezu unüberbrückbare kulturelle Abgründe, Abgründe, die auf Jahre dafür sorgen werden, dass derartige Verbrechen nicht mehr aufhören werden. Eine Frau, die sich in einem muslimischen Land ähnlich freizügig verhält wie eine Europäerin, gilt als ehrlos und damit als „Sharmuta“, also als Prostituierte. Allerdings nicht im europäischen Sinne, denn damit ist mitnichten gemeint, dass sie sexuelle Dienstleistungen gegen Geld anbietet. Nein, sie ist sexuell ununterbrochen verfügbar, und zwar für jeden Mann. Jeder Mann hat das Recht, diese  Frau sexuell zu benutzen. Diese für Europäer so fremde Sichtweise offenbart sich sehr gut im Schicksal des ehemaligen Models Waris Dirie, der heutigen UN-Sonderbotschafterin im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Als sie mit dreizehn Jahren mutterseelenallein durch die somalische Wüste nach Mogadischu floh, versuchte jeder erwachsene Mann, dem sie begegnete, das Kind zu vergewaltigen. Ein Mädchen, das allein und schutzlos ist, hat keine Ehre und hat es somit nicht anders verdient. Darüber hinaus sind die meisten Täter sich ziemlich sicher, dass ihr Verhalten von den Europäerinnen gewollt ist, denn sonst würden sie sich ja kaum so schamlos aufführen.

Umso mehr müssen westliche Frauen bei abweisendem Verhalten gegenüber plumpen sexuellen Übergriffigkeiten mit brutalen körperlichen Attacken rechnen. Die Frustration, dass die Frauen gar nicht so verfügbar sind, wie man seit Jahren dachte und von den bereits in Europa lebenden Freunden immer wieder hörte, wird sich sofort Bahn brechen. Mit diesem völligen Mangel an Empathie und Unrechtsbewusstsein haben europäische Gerichte mittlerweile täglich zu kämpfen.

 

 

 

Die verdammten Hackfressen dieser Erde

Zunächst war es nur ein kleiner Verdacht. Doch Dank Smartphones und Social Media, mit denen bewegte Bilder in Sekundenschnelle um die Welt gehen können, muss man die gewalttätigen Geschehnisse rund um G 20 in Hamburg völlig neu bewerten.

Die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen, die Diebstähle und Plünderungen, die Körperverletzungen und der Vandalismus, denen die Hamburger drei Tage lang ausgeliefert waren, wurden sie wirklich von den üblichen Verdächtigen begangen? Von linken Chaoten, Antifa und Kapitalismusgegnern?

Wann immer man nämlich den Gewalttätigen bei ihren Verbrechen live zusehen durfte, war es überdeutlich, dass es unmöglich die Verdammten dieser Erde sein konnten. Eher die verdammten Hackfressen: Junge, gut genährte, kerngesunde Männer und Frauen mit akkuratem Styling und adrettem Haarschnitt in Calvin Klein, G-Star, Nike, Puma und The North Face.

Der Gegensatz zwischen der vermeintlichen Kapitalismuskritik einerseits und den schweineteuren, in südostasiatischen Sweatshops unter unmenschlichsten Bedingungen für Hungerlöhne produzierten Edelklamotten andererseits war auf den Unmengen von Bildmaterial so augenfällig, dass sogar Spiegel-online witzelte: „Kapitalismuskritik“ kann sich nicht jeder leisten.

Prompt schwappte der Shitstorm ehrlicher Entrüstung los. Dem Konsumterror könnte sich schließlich keiner entziehen, hieß es unter anderem. Seither weiß man punktgenau, mit wem man es bei den Marodeuren zu tun hat. Das Lumpenproletariat im Engelsschen Sinne war es jedenfalls nicht. Sondern die wohlstandsverwahrlosten Kids jener bürgerlichen Klasse, die seit Jahrzehnten am meisten vom wachsenden Wohlstand profitiert hat. Es sind die Kinder von Eltern, die mit Biokost und Privatstunden gepampert wurden und denen man zwischen Cellounterricht und Kinderyoga versäumt hat, den Unterschied zwischen Recht und Unrecht beizubringen.

Deren Helikoptereltern, die alle zwei Jahre das neueste energiesparende SUV-Modell vor dem Eigenheim stehen hatten, ihr Äußerstes getan haben, um alles Schlechte dieser Welt von ihrer Brut fern zu halten. Wirkliche Probleme haben sie in ihrem Leben noch nicht gehabt. Es war schließlich schon unzumutbare Härte, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule hätten fahren müssen oder nicht augenblicklich das neueste iPhone bekommen hätten. Und die natürlich die teuersten Klamotten auf den Leib gehängt kriegten, damit sie sich ja nicht ausgegrenzt fühlen. Was überhaupt der Hauptkritikpunkt vieler G 20-Gegner zu sein schien: Man könne andere Länder doch nicht einfach ausgrenzen! Die Welt als großer Kindergarten.

So darf es auch nicht mehr verwundern, wenn eine junge Randaliererin auf dem Gorch-Fock-Wall versucht, zusammen mit ein paar anderen Spinnern eine mexikanische Diplomatenlimousine zu blockieren und sich anschließend aufführt wie eine Zweijährige, als ihr Fahrrad plattgewalzt wird. Das ist die Reaktion einer verwöhnten Göre, die auf dem Spielplatz einem anderen Kind die Schaufel stielt und sich dann wundert, wenn sie sie in die Fresse gehauen bekommt.

Eine gewisse Genugtuung darüber, das sich die Zerstörungswut vor allem in der linken Wohlfühlzone Schanzenviertel und nicht nur in der Elbchaussee ausgetobt hat, darf man den Hamburgern nicht übel nehmen. Bei dieser Gelegenheit hat sich der Rote-Flora-Anwalt Andreas Beuth denn auch bis auf die Knochen blamiert, als er sagte, bei aller Sympathie für solche Aktionen verstünde er nicht, warum sie nicht in Pöseldorf oder Winterhude stattgefunden hätten. Auch die Heuchler, die in feigem vorauseilenden Gehorsam ihre Geschäfte mit „No G 20 – spare our store“ zu sichern versuchten, hat es getroffen, und zwar zurecht, ist doch nur allzu deutlich, dass sie so ihre Hoffnung ausdrücken wollten, es möge doch bitte die „Richtigen“ treffen.

Mitgefühl hat man vor allem mit gänzlich unbeteiligten Schanzenbewohnern, die bei Löschversuchen aus dem Fenster heraus mit Steinen attackiert wurden oder die zusammengeschlagen wurden, wenn sie es wagten, Plünderer zu kritisieren. Bei diesen Antifaschisten kann man das Anti weglassen und es passt.

Als wir in den Siebzigern und Achtzigern gegen Atomkraftwerke, SS 20-Rakten und den Natodoppelbeschluss auf die Straße gingen, trugen wir das, was sich die meisten so eben leisten konnten: Uralte Jeans, deren Entfärbungen und Risse mitnichten aus modischen Gründen schon beim Herstellungsprozess entstanden sind, ausgelatschte Schuhe und Lederjacken vom Flohmarkt sowie Indienblusen, für die man vier Monate das Taschengeld sparen musste, da sie noch direkt  vom Hersteller und mitnichten von H&M kamen. Zum warmhalten gab es im Proseminar selbstgestrickte Pulloverungetüme, oftmals aus mehrfach aufgedröselter Wolle. Modisch gesehen waren wir Endlagerstätten. Die demonstrierenden Schüler und Studenten kamen überwiegend aus einfachsten Verhältnissen. Würde sich die Randalejugend von heute, die in Hamburg drei Tage Party gemacht hat, ein paar Monate im Jahr 1982 herumtreiben müssen, ohne Smartphone, Computer und Youporn, mit einer Briefmarkengroßen Schwarzweißglotze ohne Fernbedienung und fünfzig Mark Kostgeld pro Woche, wäre sie nach ein paar Tagen reif für Muttis Notfalltropfen und den Traumatherapeuten. Und das ist wiederum die gute Nachricht. Menschen, die mit zwölf Jahren noch ohne Muttis Assistenz nicht mal alleine kacken gehen konnten, sind auch nicht in der Lage, gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu bewegen.