Staatspreis für herausragende Leidensfähigkeit

Was Entsetzliches dabei herauskommen kann, wenn Mami ein Leben lang die beste Freundin ist, immer Biobreichen gefüttert, die Kinder bis zur Pubertät aufs Klo begleitet und als Kernkompetenz Mülltrennung vermittelt hat, sehen wir am Beispiel der Jungen SPD Freiburg: https://www.facebook.com/spdfreiburg/?eid=ARDmZMvhW9hESo1cYj3GVXdKMmzMfaLr2v8GaPPisQzoKH91_oDJ0rqpVliFR19uhi4bnNeTevlLOEn_

Der bärtige, bebrillte Hipster, der sympathische Basecapträger mit Überlänge und die rotbezopfte Parkaträgerin, da bin ich sicher, meinen es bestimmt nur ganz, ganz dolle gut.

Ähnlich wie ihr Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn pusten sie strunzdämlich ins gleiche Horn. Eine junge Frau wurde auf die denkbar widerwärtigste Art unter Drogen gesetzt und über Stunden von mehrheitlich polizeibekannten syrischen Straftätern vergewaltigt. Die Verbrecher sind als Schutzbefohlene in dieses Land gekommen, wurden behütet, versorgt und alimentiert und bedankten sich bei Land und Bürgern mit Gewalttaten, Drogenhandel und Sexualverbrechen, und den Dorfpolitikern fällt tatsächlich nichts anderes ein, als zu fordern, die Straßen ihrer Stadt nicht den Rechten zu überlassen.

Für die SPD heißt es in dem unsäglich peinlichen Aufruf, sei die sexualisierte Gewalt schon lange ein Thema. Ihre Gedanken seien bei dem Opfer und dessen Familie. Gleichzeitig, so brabbelt der lange Linksaußen grinsend, stelle man sich bei allem Entsetzen gegen rechte Gruppierungen, die versuchten aus diesem Vorfall Kapital zu schlagen.

Merken die eigentlich noch was, oder sind die tatsächlich so doof? Leider ja. Denn dass ihnen dieses Verbrechen am Arsche vorbeigeht und sie die Gelegenheit am Schopf ergreifen, um linkes Kapital (oder was immer sie für links halten) daraus zu schlagen, ist für jeden offensichtlich, der seinen Namen in den Sand kratzen kann. Glücklicherweise sind die Freiburger noch nicht zu dämlich, um dieses kindische Spiel zu durchschauen. Auf facebook brach darob der verdiente Shitstorm aus. Ein besonders authentischer Facebook-Kommentar von einer Frau, von der man sich sofort adoptieren lassen möchte, lautet denn auch:

„Der Hinweis, dass mindestens 40% der Frauen schon mal Opfer einer sexualisierten Straftat wurden und meist Täter aus dem Umfeld beteiligt wären, ist eine Frechheit. Will man so eine Gruppenvergewaltigung schönreden? Die junge Frau hat wohl keine Ahnung wovon Sie spricht.Das Empathielose herunterrattern des Textes hätte ebenso gut von Siri verlesen werden können, oder der junge Mann die Hände aus den Hosentaschen nehmen können.Schämt ihr euch gar nicht? Ihr seid eine Schande für jeden mitfühlenden Menschen!

Und da legt sie den Finger auch wirklich direkt in die Wunde.

In Indien, einem Land, das nicht gerade durch hohe Wertschätzung von Frauen bekannt ist, gingen nach ähnlichen Verbrechen Massen von Menschen auf die Straße, um gegen das zu protestieren, worum es wirklich geht: Sexuelle Gewalt gegen Frauen. https://www.sueddeutsche.de/thema/Vergewaltigung_in_Indien.

In Italien schlug die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi vor, am Tag der Staatsbeerdigung der sechzehnjährigen Desirée Mariottini, des Opfers der Gruppenvergewaltigung und Ermordung vom 19. Oktober 2018, einen Trauertag zu verhängen.

https://www.ilmessaggero.it/italia/desiree_raggi_giorno_funerali_lutto_cittadino-4063599.html

In Deutschland hingegen versagte man selbst den Opfern des Terroranschlags vom Breitscheidplatz den Respekt. Von den Opfern krimineller Asylbewerber, wie Maria in Freiburg, Mia in Kandel und etlichen anderen gar nicht erst zu reden. Für die Eltern der bestialisch zu Tode gequälten Maria gab es sogar den ersten Staatspreis für angewandtes Märtyrertum und besondere Leidensfähigkeit. Von einer Frau im TV-Bürgerdialog auf die prekäre Sicherheitslage für Frauen in der Öffentlichkeit hingewiesen, bügelte Kanzlerin Angela Merkel diese zurecht vorhandenen Sorgen rüde mit einem „Vergewaltigungen gabs ja auch schon vorher“ ab.

Als die Alliierten fassungslos vor dem Grauen von Auschwitz, Treblinka und Bergen-Belsen standen, erhoben sie zurecht die Frage, wie es nur sein konnte, dass das Volk der Dichter und Denker, das Land, das Kant und Hegel, Goethe und Schiller, Bach und Händel hervorgebracht hat, nur zu solch beispielloser Grausamkeit fähig sein konnte. Mit nationalistischem und rassistischen Größenwahn und dem berühmten preußischen Kadavergehorsam allein war das Unfassbare nicht zu erklären. Aber bei einer Ursache war man sich recht schnell einig. Hitlers willige Vollstrecker zeichnete vor allem eines aus: Die völlige Unfähigkeit zum Mitleid.

Werbeanzeigen

Die #unteilbaren Dichter und Denker

Der Wandsbeker Markt ist das Einkaufsparadies des Hamburger Ostens, des traditonellen Wohngebietes des Proletariats, während in den Villengebieten des Westens, in Blankenese und Othmarschen Unternehmer, Kaufleute und Senatoren hausen.

Meine Urgroßmutter war dort Stammkundin und ein äußerst zäher Besen. Sie, ihre vier Schwestern und zwei Töchter wurden alle über 95 Jahre alt. Sie zog acht Kinder groß, und das mit einem im I. Weltkrieg versehrten Mann, aber dafür ohne Waschmaschine und Geschirrspüler, mit Pumpe auf dem Hof und einem Schwein im Hintergarten. Mit rund siebzig Jahren fuhr sie immer noch mit dem „Rhabarberexpress“, der Straßenbahn, die hinaus nach Bramfeld führte, zum Wandsbeker Markt zu Karstadt und kaufte ein solides hölzernes Waschfass, das sie im Alleingang nach Hause schaffte.

1988 wurde das Einkaufszentrum „Quarree“ am Wandsbeker Markt eröffnet, und seitdem geht es im Sinne des zeittypischen Strukturwandels konsequent bergab. Einzelhandelsgeschäfte mit höherklassigem Warenangebot sind nach und nach verschwunden, Billigboutiquen und Imbissketten herrschen vor, Karstadt verramscht hier die Ware, die der Rest Hamburgs nicht haben will, Buchläden sind geschlossen. Dönerimbisse und Shishalokale beherrschen das Straßenbild. Und, wie könnte es anders sein, ein Drittel der weiblichen Klientel ist verschleiert. Darunter sind Jahr für Jahr mehr deutsche Konvertitinnen zu beobachten, die nicht nur sich selbst, sondern auch minderjährige Töchter in stramme bunte Tücher wickeln.

Das Wandsbeker Quarree passt also wie eh und je zu seiner Klientel wie der Arsch auf den Eimer.

Während in Köln die nächste antisemitische Straftat geschah, https://www.express.de/koeln/wegen-flagge-mit-davidstern-uebergriff-bei-pro-israelischer-mahnwache-in-der-suedstadt-31437790 gingen derweil in Berlin 240.000 Menschen gegen „Rassismus“, „Hass“, und „islamophobe Hetze“ auf die Straße. Sie hinterließen tonnenweise Müll und bei mir die allumfassende Frage: Warum tun sie das?

Gut, zum Teil wird es wohl am unherbstlichen Sommerwetter gelegen haben. Aber dennoch bleibt die Frage, warum man in dem Land, das weltweit die liberalste Einwanderungspolitik hat, dessen Bevölkerung schon bald zu einem Viertel aus Menschen mit Migartionshintergund bestehen wird und wo Kopftuchträgerinnen problemlos ihren Pascha in der nächsten Shishalounge parken können, während sie bei Karstadt für Töchterleins ersten Krabbelgruppenbesuch hübsche bunte Kopftücher kaufen, überhaupt einen Handlungsbedarf hierfür sehen.

Außenminister Heiko Maas überschlug sich vor Begeisterung:“Wir lassen uns nicht spalten“, so hieß das Motto, und zwar von einer Handvoll randrechter Neonazis. Da man den Fall Beate Zschäpe medial schon bis zum Abwinken ausgelutscht hat, soll jetzt ein Haufen Chemnitzer Spinner, die sich „Revolution Chemnitz“ nennen und größenwahnsinnig den „Umsturz“ planten, für Nachschub sorgen. Ach, kommt schon, Leute. Ernsthaft? Ist das ein Grund, sich aufzuführen, als stünde der nächste Reichstagsbrand und der Anschluss Österreichs unmittelbar bevor?

Nein, natürlich nicht. Es geht lediglich um Identitätststiftung und moralische Selbstüberhöhung, wie schon immer. Nichts liebt der Deutsche mehr als sein deutsches Kollektiv. Und so marschierte man denn als #unteilbare Nation fest geschlossen mit Islamisten, grauen Wölfen, Linksfaschisten und Antisemiten im ruhigen, festen Schritt. „Nein zu Hetze gegen Muslime“, war auf Transparenten zu lesen, auch „Omas gegen Rechts“ oder „Einhörner gegen Rassismus“ und, mein persönlicher Favorit „strafverteidiger*innen warnen: strafe schadet der gesellschaft“. Nicht vorenthalten möchte ich auch das folgende schöne Poem aus unserem Land der Dichter und Denker:

#wirsindmehr

wir sind hier

#unteilbar

das Volk sind wir

Nazis, Hools und Pegioten

sind heut in Berlin verboten

#niewiederrechts

ein Kampf mit Ehre

Vielfalt statt Einfalt heißt die Lehre

Hass und Gewalt sind die Gefahr

deshalb die Demo #unteilbar.

Früher haben Politiker noch lange überlegt, ob sie es wirklich riskieren können, sich selbst, die eigene Partei oder die Bundesregierung komplett zum Affen zu machen. Heute gibt es leider Twitter, und Ralle Stegner muss entweder hackedicht gewesen sein oder er ist geistg auf dem Niveau seines Lookalikes https://en.wikipedia.org/wiki/Beaker_(Muppet ) angelangt.

Anders als mit selbstverliebter Toleranzbesoffenheit lässt sich der ganze Irrsinn irgendwie nicht mehr erklären. Die Menschen kennen es ja auch garnicht anders. In der Kita gibt es schon Halalessen und verschleierte Erzieherinnen, in der Grundschule müssen sie sich über Kopftuchmädchen und deren prügelnde Rabaukenbrüder freuen, weil die Lehrer das so wollen. Sie lernen ganz früh, das „Hass“ ganz böse ist und „Gewalt“ keine Lösung, dass „Kriege noch nie etwas gebracht“ haben und dass „bunte Vielfalt“ das einzig Wahre ist. Und bunt ist die Welt für Beschränkte im wesentlichen da, wo Frauen verschleiert werden.

Diese biobreigepamperte Generation, die von Helikoptermüttern bis zum sechzehnten Lebensjahr auf Klo begleitet werden muss und allein nicht mehr zur Uni findet, kann als Kernkompetenz den Müll trennen, aber kaum noch den eigenen Namen in des Sand kratzen. Woher soll’s auch kommen? Die Schule lehrt halt das, was sie für richtig hält. Eine Berliner Mutter hat mir erzählt, wie ihre Teenagertochter völlig verstört nach der ersten offiziellen Stunde zum Thema Sex nachhause gekommen sei. Es wurde als lockerer Einstieg Memory gespielt. Aber weder Tiermemory noch Blumenmemory, sondern sexuelle-Devianzen-Memory. und so erfuhr Töchterlein, dass es Koprophagie gibt – Männern also, die feste Ausscheidungen von Frauen essen. Ja, so geht Pädagogik, die sexuelle Welt ist nunmal kein Glücksbärchiland, dass kann Frau gar nicht früh genug lernen.

Man braucht gar keine Statistiken, keine überintellektuellen Analysen zur Lage der Nation. Wer einen Blick in die Zukunft tun will, der gehe ins Wandsbeker „Quarree“. Wer wissen will, wie es dazu kommen konnte, der blicke nach Berlin.

https://www.merkur.de/politik/berliner-unteilbar-demo-250-000-menschen-feiern-party-fuer-weltoffenes-deutschland-zr-10325014.html

Das gibts nur in Peccioli!

Toskana-Touristen kennen Pisa und Lucca, Florenz und Siena, Pienza und Montepulciano.

Aber wer kennt eigentlich Peccioli?

Die kleine Stadt liegt zwischen Pisa und Volterra, steht in keinem Reiseführer und ist eine Perle.

Der Tourismus hat Peccioli nicht entdeckt, was bekanntlich Vor- und Nachteile hat. Wenn man selbst als Touristin unterwegs ist, kann man sich zwar über den Tourismus schlecht aufregen – es lässt sich aber nicht leugnen, dass er seine Schattenseiten hat. Andererseits hat er vielen verarmten, heruntergekommenen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und brachliegender Infrastruktur in Italien zu neuem Glanz und Wohlstand verholfen, so den malerischen Cinque Terre in Ligurien. Als ich dort vor über dreißig Jahren zum ersten Mal bei einer Bergwanderung über den Marktplatz des Städtchens Corniglia stolperte, erregte ich noch so viel Aufsehen wie ein Unbekannter, der plötzlich im eigenen Wohnzimmer steht und den freien Blick auf den Fernseher blockiert. Diesen verschlafenen, unerschlossenen Charme hat Peccioli sich bis heute bewahren können.

Peccioli liegt auf einer felsigen Anhöhe mit herrlichem Weitblick ins Umland. 1988 hat der Ort es ordentlich krachen lassen und Städtepartnerschaft mit Ellnhofen geschlossen, weshalb direkt neben der alten Kirche am Marktplatz ein gelber deutscher Wegweiser angebracht ist: Ellnhofen 951 km. Es gibt am frühen Abend noch zwei Bars, die geöffnet haben, in einer von ihnen trinken wir einen Espresso. Alte Männer sitzen wie aus Stein gemeißelt davor und recken neugierig die Köpfe: Wer kommt denn da? Außerdem gibt es in den engen mittelalterlichen Gassen mit den hohen, düsteren Hausfassaden ein Haushaltswarengeschäft mit entzückend kitschigen Pecciolisouvenirs (!), einen Friseur, Zeitungsläden, zwei Ristorantes, von denen das eine geschlossen, das andere pleite ist, Obst- und Gemüseläden mit dem landestypisch hervorragenden Angebot herrlichster Erzeugnisse und eine chaotische Boutique.

Im Wirrwarr des Angebots entdecke ich draußen auf der Straße eine Jacke, eine wirklich schöne Wollfilzjacke, italienisches Fabrikat, gar nicht teuer. Ich entere den Laden und verkünde, dass ich gern die gelbe Jacke da draußen anprobieren möchte. Die Besitzerin überschlägt sich fast vor Begeisterung, nadelt die Jacke vom Bügel los und scheucht die schwatzenden Nachbarinnen beiseite, los, los, macht den Abgang hier, die Dame will sich im Spiegel sehen können, und hebt im Vorbeirauschen eine Schaufensterpuppe auf, die mit dem Gesicht flach auf dem Boden liegt. Ja, das sei eine sehr schöne Jacke, molto speciale, aber na los, wir sollen mal was erzählen! Wo wir herkommen, wieso ich Italienisch spreche, wo wir untergekommen sind? Volterra? Wahnsinn. Und heute seien wir in Pisa gewesen? Fantastisch! Wie denn das Wetter so in Hamburg sei, und im September sei es in Peccioli so kalt gewesen, dass die halbe Stadt ihr die Bude eingerannt und nach Daunenjacken gefragt hätte. Von ihren in die Gegend geschrienen Urlaubssegenswünschen begleitet, setzen wir das Sightseeing fort.

Man hat originellerweise ein Heer junger Künstler auf das Städtchen losgelassen, denn überall stößt man auf die überraschendsten Installationen. Das ist eigentlich ein Begriff, bei dem es mir kalt den Rücken herunterläuft und ich immer an ein befreundetes Pärchen aus Kassel denken muss. Beim Besuch der „documenta“ schoben sie einmal ihren Kinderwagen in irgendeine Ecke und konnten ihn Stunden später kaum der Expertenkommission entreißen, die gerade dabei war, herauszufinden, was ihnen der Künstler mit dieser Installation hatte sagen wollen.

Doch die in Peccioli integrierten modernen Kunstwerke sind schlicht grandios. Nichts ahnend dreht der Besucher sich um und wird plötzlich von der alten Stadtmauer herab aus tausend Augenpaaren beobachtet – einer Fotoinstallation. Ein Kruzifix über einem Eingang entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ganz und gar heidnisches Kunstwerk mit nackten, verschlungenen Leibern; da und dort hängt einem plötzlich eine Plastik über dem Kopf und in den für toskanische Hügelstädte typischen, wegen des Platzmangels eingerichteten tunnelartigen Durchgängen gibt es beim Betreten psychedelische Lichteffekte. Aber das Beste steht noch bevor. Auf der anderen Seite der Stadtmauern überrascht der Anblick eines steinernen Riesen, der in einiger Entfernung aus der Erde zu kriechen scheint. Surreal ist gar kein Ausdruck.

Als wir um die Ecke auf ein ruhiges Plätzchen einbiegen, finden wir folgendes vor: Vier ältere italienische Damen plus vier italienische Katzen, von denen zwei ständig wie siamesische Zwillinge miteinander verknotet sind. Als ich der Getigerten über den Kopf streichen will, langt sie mir eine. Mit Samtpfote, was bei den Damen erhebliche Heiterkeit auslöst. Und wenn ich Ihnen jetzt sage, dass letztes Jahr, als wir das Städtchen entdeckten, am selben Ort dieselben vier Damen mit denselben Katzen saßen und dieselbe Katze mir damals schon eine langte und dieselbe Reaktion auslöste, werden Sie vielleicht sagen, ich spinne. Es war aber so. Sowas gibt’s eben nur in Peccioli.