Lehret eure Töchter die Furcht!

Jetzt, wo der Jahreswechsel ansteht und mit ihm die alljährlich wiederkehrenden öffentlichen Taharrusch-Rituale; jetzt wo die Nation fassungslos vor dem Massaker an einer Fünfzehnjährigen in einem Drogeriemarkt in Kandel

http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/verbrechen/maedchen-im-supermarkt-erstochen-54320780,view=conversionToLogin.bild.html,

begangen durch einen afghanischen Flüchtling, steht, halte ich es für geboten, den Eltern im Lande einen guten Ratschlag zu erteilen. Auch, wenn die Wogen anschließend hochgehen, wenn es wieder heißen wird, als Frau ohne Kinder hätte ich da ohnehin nicht mitzumischen:

Ich tue es trotzdem, denn nie war es mehr vonnöten.

Unlängst hörte ich aus dem Bekanntenkreis folgende wüste Story: Der Sohn sei am frühen Sonntagmorgen aus dem Bett geklingelt worden. Von einer Klassenkameradin. Mit selbiger war er am Vorabend auf einer  Party gewesen. Beim „Feiern“ also. Das Feiern gestaltete sich für das junge fünfzehnjährige Mädchen (tut mir leid, aber das Wort „Frau“ kommt mir einfach nicht über die Lippen) dahingehend, dass sie sich ins Koma trank und sich darob von irgendeinem wildfremden Kerl beschlafen ließ. Nun brauchte sie die Pille danach und traute sich allein nicht zur Notaufnahme. Ob er vielleicht mit ihr…?

Diese Story lässt mit bis heute keine Ruhe, weil sie so exemplarisch für alles steht, was heute in der Erziehung so völlig schief läuft. Mädchen können bereits mit vierzehn ohne Wissen der Eltern die Pille nehmen, und das sei richtig so, hört man von Erziehungsberechtigten immer. Alles besser, als eine ungewollte Schwangerschaft.

Wirklich? Wäre es nicht viel, viel angebrachter, einem Mädchen erst einmal Selbstbewusstsein, Achtung vor sich selbst, Stolz auf den eigenen Körper und die weibliche Sexualität beizubringen? Sie zu lehren, dass es für eine richtige Frau (außer der Erzeugung von Nachkommenschaft) nur einen wirklichen Grund geben kann, mit einem Mann ins Bett zu steigen, nämlich der eigene Lustgewinn? Und vor allem, wie wichtig es ist, auf sich aufzupassen?

Es kann natürlich viele Gründe dafür geben, warum sich das Mädchen im obigen Fall nicht der Mutter oder dem Vater anvertrauen möchte. Gesetzt den Fall, die Eltern haben ihre Tochter im Sinne der freien Entfaltung ihrer Sexualität erzogen – war es das, was sie sich darunter vorgestellt haben? Ihr kleines Mädchen komatös mit gespreizten Beinen unter irgendeinem verantwortungslosen Sack, der sie als Spermaentsorgungsanstalt benützt, um anschließend fröhlich und unbeschwert seiner Wege zu ziehen? Die Eltern werden möglicherweise ihre Tochter gelehrt haben, dass Spaß am Sex zum Leben gehört. Gut so! Aber die Tochter wird in dieser Nacht alles Mögliche gehabt haben. Dass Spaß dabei war, bezweifle ich. Denn Sex ist kein folgenloser, verantwortungsfreier Zeitvertreib wie Kaugummikauen oder Burgermampfen.

Sex sollte man erst haben, wenn man verantwortlich mit dem eigenen Körper umgehen kann.

Wir durften erst ab sechzehn, und das war richtig so, denn da waren die meisten von uns junge Erwachsene, was man heute in der Regel nicht mal von Zwanzigjährigen behaupten kann.

Liebe Eltern, lehret eure Töchter, sich zu fürchten! Lehret eure Töchter, sich zu fürchten fürchterlich! Denn die Furcht ist eine gute Einrichtung der Natur, die der Gefahrenabwehr und der Selbsterhaltung dient. Lehret eure Töchter nicht, offen und vorurteilsfrei auf die Menschen zuzugehen, wie die arme junge Frau in Kandel, die, zusammen mit den Eltern glaubte, die Männer ticken in Afghanistan genauso wie in Deutschland. Diese wohlmeinenden Eltern, die glaubten, Gutes zu tun, als sie den Mörder ihrer Tochter im Familienkreis willkommen hießen, weil er doch ganz allein war und gar keinen hatte. Wussten sie nicht, dass es für junge Muslime keinen größeren Glücksfall gibt, als endlich wenigstens einmal im Leben vom strafenden Imam, prügelnden Vater, überwachenden Bruder und der keifenden Mutter befreit zu sein, um sich mal richtig vollzusaufen, vollzudrogen und auszuhuren? Der Mörder der Tochter habe sie aus Eifersucht gestalkt, hieß es. Bullshit! Er reagierte so, weil ihm wie einem verzogenen Kleinkind das schönste Spielzeug weggenommen wurde. Und damit war seine Ehre verletzt, oh, oh!

Mir blutet das Herz, wirklich, es tut mir weh, dass diesen Eltern nicht im Entferntesten klar war, wie sehr dieser Afghane das Mädchen, dass er erstochen hat, verachtet hat. Denn natürlich war sie in seinen Augen nur eine „Sharmuta“, eine Prostituierte.

Gehe nie mit fremden Männern mit! Steig nie in irgendein Auto! Wenn er irgendwas tut, was du nicht willst, schreie laut und renne weg, so schnell du kannst! Pass auf dich auf! Hörst du?

Tausendmal hat meine Generation diese Ermahnungen zu hören bekommen. Und das war gut so.

Und natürlich wurde uns viel weniger erlaubt. Das war gut so. Wenn also Ihre minderjährige Tochter unbedingt in einer Großstadt in der Öffentlichkeit Silvester feiern will, dann seien Sie eine Frau und verbieten es ihr. Dann seien Sie ein Mann und verbieten es ihr. Wenn Sie ihre Tochter lieben, lehren Sie sie das Fürchten.

 

 

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Ruhe im Puff!

Das Abgleiten in die Prostitution galt in den Siebzigern spätestens mit dem Skandalbuch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ von Christiane F. als die schlimmst mögliche weibliche Karriere.

Warum heute eine bildhübsche, honigblonde junge Arzttochter sich aus Neugier und Abenteuerlust zwei Jahre lang für die Arbeit im Puff entscheidet, erklärt uns Ilan Stephani in ihrem Buch „Lieb und teuer – was ich im Puff über das Leben gelernt habe“ https://www.amazon.de/dp/B071VNZNS7/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1.

Ein Stoff, mit dem feuchte Verlegerträume wahr werden. Freiergemeinden jubelten im Chor:

Na bitte, da sieht man’s doch wieder, Prostitution gibt’s doch mit selbstbestimmten, glücklichen Frauen in besten Arbeitsbedingungen. Die Studentin, die sich für die Knochenarbeit im Imbiss oder Supermarkt zu fein ist, gehört schließlich zur beliebtesten narrativen Freierfolklore.

Es könnte alles so schön sein, wenn die Autorin nicht nach zwei Jahren im Puff nüchtern Bilanz ziehen würde: Prostitution muss verschwinden, denn gute Prostitution gibt es nicht.

Bei RP-Online http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/ex-prostituierte-ilan-stephani-ueber-die-arbeit-als-hure-und-ihr-buch-lieb-und-teuer-aid-1.7163936, wo man es der kleinen Nutte offenbar mal so richtig zeigen will, stellt man zunächst unverschämte Fragen wie „Was gefällt Ihnen besser? Puff oder Bordell? Schwanz oder Penis? Ficken oder Sex haben?“ Doch die Autorin reagiert souverän, selbst, als man ihr vorwirft, ihr Erfahrungsbericht sei in Teilen banal. Aber der ganze Sex im Bordell ist letztlich banal, stellt sie fest.

Nachdem Ilan Stephani im Berliner Prostituiertenprojekt „Hydra“ vorstellig wurde und zu ihrem großen Erstaunen festgestellt hat, das Prostituierte ganz normale Frauen sind, wagt sie den Sprung. Ihre Arbeitsbedingungen sind unter den Umständen die bestmöglichen:

Die vornehm als „Hausdame“ bezeichnete Puffmutter hält den Frauen diskret die abgelehnten Freier vom Leib, es herrscht sowohl Kondom- wie Duschzwang, Alkohol wird nicht ausgeschenkt, und um 23:00 ist Ruhe im Puff. Küsse, aber auch bestimmte sexuelle Praktiken wie Analverkehr, BDSM und Ejakulationssudeleien lehnt Ilans prostituiertes Alter Ego „Paula“ grundsätzlich ab. Um an dieser Stelle mal wieder eines der großen Rätsel um die Mythen über weibliche Sexualität zu lösen: Die meisten Frauen lehnen diese Praktiken ab, und zwar weil sie schmerzhaft, demütigend oder ekelerregend sind, auch wenn Pornos naive Konsumenten anderes glauben machen wollen. So genießt die Autorin ein berufliches Umfeld, das sich himmelhoch von der Mehrheit der restlichen rund 400.000 Huren in Deutschland unterscheidet. Doch selbst unter diesen Umständen bleiben Stephani nicht die branchenüblichen Kollateralschäden erspart; eine brutale Vergewaltigung, die sie zunächst verschweigt und auch nicht anzeigt, die Beschimpfung als „Nutte“ einiger Freier kurz vor dem Höhepunkt, und chronische Überstrapazierung der Vaginalschleimhaut sowie wachsende Langeweile bringen sie letztendlich zu der Erkenntnis, dass die Arbeit im Puff wohl doch eher suboptimal sein könnte.

Die Freier, das ist zu erfahren, sehen sich im seltensten Fall als Freier, und wenn man beiläufig erwähnt, man befände sich im Puff, fallen sie vor Schreck fast aus dem Bett. Freier sind immer nur die anderen, und nur die sind auch schlimm. Die Fähigkeit der Freier, sich von der kläglichen Warensituation abzukoppeln, grenzt fast an Schizophrenie: Sie unterstellen der Hure, nicht er, sondern sie habe ihn ausgesucht; nicht er, sondern sie wolle Sex, und sie können sich nicht vorstellen, dass die Hure nur so tut, als interessiere sie irgendwas von dem, was er über sein belangloses Dasein erzählt.

Was in diesem Buch wirklich zu Aha-Erlebnissen führt, ist zweifellos die Schilderung der Reaktionen ihrer unmittelbaren Umwelt auf das Geständnis, dass sie als Prostituierte im Bordell arbeite. Die eigenen Eltern, wohlgemerkt, respektieren ihre Tätigkeit und nehmen offenbar auch die Gefahren, denen ihre Tochter ausgesetzt ist, billigend in Kauf. So läuft das in der Generation Y, alles ist irgendwie gleichwertig, ob Minirock oder Hijab, ob Einserabitur oder Legasthenie, ob Hure oder Quantenphysikerin. Aber während die meistens Männer entsetzt sind, kommt von gleichaltrigen Freundinnen oft genug ein „Daran habe ich auch schon gedacht“.

Ja, man liest richtig, es steht dort wirklich mehrfach. In diesem Sinne außerordentlich erhellend ist die „Döner-Anekdote“ einer Kollegin Stephanis. Auf die Frage, wie sie auf die Idee mit der Prostitution gekommen sei, erzählt diese, wie sie mal einen Mann aus einem Club abgeschleppt hat. Bevor es in ihrer Wohnung zur Sache geht, lädt er sie zum Döner ein. Nachdem es zur Sache gegangen ist, sagt er zu ihr: “Geil. Jetzt hatte ich einen guten Fick für 2,50 Euro“.

Und die Kollegin fühlte sich offenbar weder verletzt, erniedrigt und ausgenutzt, sie sagt dem kranken Arschloch nicht, dass er künftig mit seinem Knie vorliebnehmen möge, nein, sie kam auf die glorreiche Idee, in die Prostitution zu gehen. Stephani stellt fest, was nicht zu übersehen ist: viele junge Frauen haben keine Hemmungen, sich zu prostituieren, weil sie Sex nicht anders als Dienst am Mann kennen lernen. Untersuchungen wie zum Beispiel des Wiener Instituts für sexuelle Gesundheit https://www.welt.de/gesundheit/article123477244/Der-weibliche-Orgasmus-bleibt-voller-Geheimnisse.html

bestätigen, dass Sex für Frauen alles andere als erfüllend ist; die Mehrheit bekommt regelmäßig keinen Höhepunkt, die Mehrheit täuscht ihn ebenso regelmäßig vor. „Frauen lernen von klein auf, sich über ihren sexuellen Wert für Männer zu definieren … dass sie den Mann sexuell erregen, ist längst ihre eigene Sexualität geworden“, resümiert die Autorin.

Das in diesem Sommer in Kraft getretene neue Prostituiertenschutzgesetz kritisiert Stephani scharf als diskriminierend, nutzlos und gefährlich. Die stigmatisierende „Kennkarte“ für die Prostituierte sei für Zwangprostituierte, die diese nicht erhielten, unter Umständen das Todesurteil.

Seit der Legalisierung der Prostitution im Jahr 2002 ist der Markt explodiert. Es gehen zehnmal soviel Männer zu Prostituierten wie vor diesem Zeitpunkt, etwa 1,2 Millionen täglich.

Der Mythos, Prostitution reguliere in irgendeiner Weise das eruptive männliche Triebleben, das laut der Autorin ohnehin nur ein weiterer Mythos ist, ist damit hinfällig. Der Boom der Prostitution, gekoppelt mit der Tatsache, das junge Frauen den Sex im Puff als „ganz normal“ empfinden, weil sie nie Besseres kennen gelernt haben, ist alarmierend. Diese Entwicklungen sind mitnichten ein Indikator für Liberalität und sexuelle Befreiung – sie zeigen eine sexuelle und psychische Verwahrlosung, die in der Geschichte der Menschheit bisher beispiellos ist.