Da tut der Finger im Arsch nur noch halb so weh

Jedem Menschen, der schon mal Opfer sexueller Gewalt geworden ist, dürfte in den letzten Tagen beim Lesen der Nachrichten und Kommentare über die gewalttätigen Massenübergriffe auf Frauen in Hamburg, Stuttgart und Köln in der Silvesternacht schlecht geworden sein vor Abscheu. Jeder, der oder die so was schon mal durchgemacht hat – auch ich gehöre leider dazu – weiß wie erniedrigend und verletzend eine solche Erfahrung ist, wie lange man braucht, um sich nach einer solchen Traumatisierung wieder halbwegs angstfrei in der Öffentlichkeit bewegen zu können. Wenn ich den böswilligen Zynismus eines Martin Niewendick 1) besäße, würde ich mich dazu aufschwingen, zu behaupten: In den bundesdeutschen Redaktionsräumen hat man nach Silvester gleich noch mal mitgefummelt. Zum Glück besitze ich diesen Zynismus nicht.
Selten mussten Verbrechensopfer, in diesem Fall von Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Freiheitsberaubung und Diebstahl, derart schamlos als Projektionsfläche für die Befindlichkeiten deutscher Profilneurotiker herhalten, wie in den letzten Tagen.
Es gäbe keinen Hinweis auf Flüchtlinge als Täter, freute sich die stets eloquente Kölner Oberbürgermeisterin Reker 2). Es sei ein klarer Fall von organisiertem Verbrechen zum Zwecke von Diebstahl gewesen, verhöhnte man im „Netz gegen Nazis“ 3) die Opfer. Hauptsache keine Flüchtlinge – das ist für jede Frau ein echter Trost, da tut das gestohlene Handy und der Finger im Arsch glatt nur noch halb so weh. Und natürlich durfte auch die hysterische Angst vor dem „Erstarken des Rechten Randes“ und den „Wählerstimmen für die AfD“ nicht fehlen. Schneller, als man „Grapscher“ sagen konnte, waren die Damen und Herren Kulturrelativisten zur Stelle, so Bundesdjihadistenlehrerin Lamia Kaddor 4), die sich nicht entblödete zu behaupten, das Gleiche passiere schließlich auch auf jedem Oktoberfest. Auf der Ausländerhasserseite hingegen schwelgte man in den sozialen Netzwerken in rassistischen Ressentiments und Gewaltfantasien.
„Unglaublich“ nannte man im Kölner Stadtanzeiger 5) die Vorkommnisse. Wieso? Wo haben die Journalisten in den letzten Jahren gesteckt? Solche Massenübergriffe debil grinsender notgeiler Jungmänner sind in Indien, Pakistan, Afghanistan, Saudi-Arabien und Dutzenden vorwiegend islamischen Ländern, wo Frauen nichts zu melden haben und, vom Koran abgesegnet, geschlagen und erzogen werden dürfen wie kleine Mädchen und keinerlei Rechte über den eigenen Körper besitzen, an der Tagesordnung. Haben sie nicht mehr die Bilder vom Tahrirplatz in Kairo vor Augen, wo die Helden des arabischen Frühlings heldenhaft auf wehrlose Frauen einschlugen? Kennen sie aus dem Netz nicht die lustvoll mit dem Handy gefilmten Prügelorgien, die man im Orient oft und gern in der Öffentlichkeit an unartigen Frauen vornimmt?
Um die Opfer ging es selbstverständlich nirgendwo. Doch die melden sich jetzt zu Dutzenden zu Wort. Etliche berichten unabhängig voneinander, dass die Polizei bei den Belästigungen hilflos dabei gestanden, ja, sogar zugesehen habe. Diese Art von Übergriffen würde man künftig nicht hinnehmen, versprach Bundesjustizminister Heiko Maas. Ich bin jetzt schon gespannt, wie der Schutz von Frauen und Männern im öffentlichen Raum künftig aussehen wird. Achja, und hier kommt Frau Reker ins Spiel, die schon den ersten Schritt zurück in die Barbarei wagte, indem sie vorgeschlagen hat, als Frau einfach eine Armlänge Abstand zu halten. Na, wenn’s weiter nichts ist.
Als ich am Silvestermorgen eine große Tüte mit Eierlikör-Berlinern erstand, mein Mann ist mein Zeuge, orakelte ich schon wieder kassandrös, dass es in der Silvesternacht in den Großstädten bestimmt zu Gewalttätigkeiten von muslimischen Männern gegenüber Frauen kommen werde. Und dass dann als nächste Präventionsmaßnahem garantiert irgendein Vollpfosten sich erdreisten würde, den indigenen Frauen Verhaltensvorschriften zu machen. Oh Mann. Ich hasse es einfach, immer Recht zu behalten.

1) http://www.tagesspiegel.de/politik/messerangriff-auf-henriette-reker-pegida-hat-in-koeln-mitgestochen/12463410.html
2) http://www.focus.de/politik/deutschland/uebergriffe-in-koeln-reker-kein-hinweis-auf-fluechtlinge-als-taeter-zu-silvester_id_5191637.html
3) http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/silvesternacht-k%C3%B6ln-organisiertes-verbrechen-nicht-enthemmte-fl%C3%BCchtlinge-10812
4)http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/sind_wir_nicht_alle_ein_bisschen_koeln
5)http://www.ksta.de/koeln/sote-bundespolizei-schreibt-den-koelner-hauptbahnhof-ab,15187530,33050596.html.

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19 Gedanken zu „Da tut der Finger im Arsch nur noch halb so weh

  1. Liebe Antje,

    du hast Recht und du behältst auch Recht, weil weitere Stellungnahmen ebenfalls diesen Mustern folgen. Man / frau muss daher das rauspicken, wo Klartext geredet wird ohne Rücksichten auf „refugees welcome“ oder ausländerfeindliche Klischees (denn Gewalt von Einheimischen gegen Frauen gibt es ja immer noch). Es ist bezeichnend, dass jetzt die grosse Stunde der Journalistinnen ist, als ob in den Redaktionen eine Frauenquote von 100% verwirklicht wäre.

    Ihre Aufgabe ist es, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen und Täter zu schonen; hier wird sogar die Formulierung „unbescholtene Frauen“ verwendet: http://derstandard.at/2000028566464/Eine-schreckliche-Geschichte

    Wie Oberbürgermeisterin Reker meint auch der Wiener Polizeipräsident (ein Roter) heute in der „Kronen Zeitung“, dass Frauen ihr Verhalten ändern müssen, berichtete Übergriffe zu Silvester bestreitet er. Frauen sollten nachts nicht allein unterwegs sein, meint er….

    Ich schreibe hier kritisch (und werde auch zu dir verlinken):
    https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/07/was-kommt-nach-dem-terror-gegen-frauen-in-koeln/
    https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/05/fluechtlinge-und-gewalt-gegen-frauen

  2. Wenn die Armlänge proportional zur geistigen Attraktivität einer Person sein sollte, könnte man sich vielleicht mit der Idee anfreunden. Manche kommen dann mit einer Armlänge aus.

  3. Bei der Frauen-Demo gestern in Köln sah man nur die Fahnen der Islamisten-Parteien SPD, Linke und Grüne. Auch hat man die Täter nicht benannt, sondern gegen „Sexismus“ und für Refugees demonstriert. Solange Frauen linke, islamistische Parteien wählen, wird es nicht besser werden. Mal sehen, wie hoch die Schmerzgrenze der linken Frauen ist und wann sie (in ferner Zukunft) linke Lügen ablehnen.

    • der braune olaf hat wie jeder deutsche patr(id)iot seine fahne (es ist ein kreuz mit den haken der patr(id)ioten), meine sieht man nicht,man kann sie aber riechen !

      • bevor ich denke, ich sei alkoholiker oder depressiv, stell ich sicher, dass ich nicht komplett von arschlöchern umgeben bin und nehme dann von den braunen kommentatoren eine auszeit.

  4. Wieso zitieren Sie nur den Sexismus im muslimischen Ausland? Die Verharmlosung passiert auf allerhöchster Stelle! „Wir müssen akzeptieren, dass die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Migranten besonders hoch ist“, sagte die CDU-Chefin in ihrer Internet-Videobotschaft . [Ach ja? Warum müssen wir das akzeptieren?] „Deshalb ist das Thema Integration eng verbunden auch mit der Frage der Gewaltprävention in allen Bereichen unserer Gesellschaft.“
    Und das ist in der Vergangenheit gescheitert. Und das wissen die Medien, UND SIE!
    Und Sie beide wussten auch, dass das in Zukunft scheitern würde. Weil es untrennbar NUR islamische Migranten sind, deren Gewaltbereitschaft signifikant höher ist, dies eben auch religiös motiviert ist.
    Deswegen sind sie mitschuldig am Asylchaos, den Angriffen auf die Frauen und unsere Gesellschaft.
    Und dafür gehören sie zur Verantwortung gezogen.
    Was rechtsstaatlich nicht möglich ist, wie dann…?
    Alice Schwarzer ist Zeugin: „In Köln erzählte mir ein Polizist, dass 70-80% der Vergewaltigungen von Türken begangen werden. … Aber wir dürfen dass nicht sagen, das ist ja politisch nicht korrekt.“
    Warum die Vergewaltigungen zu unserer „Kultur“ dazugehören werden, hat Bernhard Lassahn hier eindrucksvoll erklärt: http://www.frau-ohne-welt.de/category/teil-1/vergewaltigungen-und-der-fuenfte-mann/
    Alles Hetze?
    Keineswegs! Hier der Faktencheck zur Diskussion über Vergewaltigungen unter Migranten: http://www.metropolico.org/2015/10/20/faktencheck-reschke-vs-hoecke/

  5. Pingback: Ablenkungsmanöver nach Köln: Rettet “Refugees Welcome” | Ceiberweiber

  6. Wie kommt es zu diesem Sinneswandel? Am 07.06.2013 schrieben sie: „Ich komme ja auch nicht mit bei ihrem anderen paranoiden Weltbild von der dauernden Notgeilheit des Mannes, vor der die Frau geschützt werden müsse.“ und in ihrem jetzigen Artikel scheinen sie sich genau dieses paranoide Weltbild angeeignet zu haben: „Solche Massenübergriffe debil grinsender notgeiler Jungmänner sind in Indien, Pakistan, Afghanistan, Saudi-Arabien und Dutzenden vorwiegend islamischen Ländern, wo Frauen nichts zu melden haben und, vom Koran abgesegnet, geschlagen und erzogen werden dürfen wie kleine Mädchen und keinerlei Rechte über den eigenen Körper besitzen, an der Tagesordnung.“ – Womit erklären sie diese Diskrepanz in ihren Aussagen? – Ihre Ausdrucksweise ist sehr rüde und sie stellen Behauptungen auf die sie selbst nicht belegen können! Ich will damit keinesfalls in Frage stellen, dass es in der Silvesternacht zu einer Vielzahl sexueller Übergriffe (auch durch Migranten) gekommen ist, aber ich wage es nicht wie sie damit Flüchtlinge und Asylanten im Allgemeinen zu diffamieren. Was soll eine syrische Flüchtlingsfamilie mit Kindern denken, wenn sie ihren Artikel lesen. Ich schäme mich als Deutscher genauso für die sexuellen Übergriffe von Deutschen auf dem Oktoberfest wie es Muslime und Flüchtlinge für ihre Landsleute tun!

    • Sie haben natürlich vollkommen Recht: Islamische Gesellschaft, deutsche Gesellschaft, alles eine Wichse, da gibts gar keinen Unterschied. Die syrische Flüchtlingsfamilie mit Kindern sitzt jetzt bestimmt in der Asylantenunterkunft und liest sich schamrot durch deutsche Politblogs.

    • Diese Bayern und ihr Oktoberfest. Gab es bei den Linken Islamfreunden eine Rundmail, diese Ablenkungsstrategie zu formulieren?

      • Ein fremden- und islamfeindlicher Rechter Rassist hätte es nicht besser formulieren können. Und „Gut(e)menschen“ sind das Gegenteil von „Bös(en)menschen“!

  7. Pingback: Migration als Kriegswaffe | psychosputnik

  8. @ einsiedler

    Wusste ich es doch, dass der alte Spritvogel ais lauter Langeweile und Unausgeglichenheit mal wieder reinschauen würde.
    Es könnte lustig sein seine albern – dreisten Kommentare zu lesen. Aber es ist nicht lustig.
    Wenn Linksfaschisten mit ernsten Problemen konfrontiert sind wir es schnell unangenehm. Und immer wieder die uralte, verstaubte, nach Kacke riechende abgenutzte Nazikeule mit der sie immer hilfloser wedeln. Unfähig zur Empathie verhöhnen diese Spackos Frauen, weil diese nicht von sepplhuttragenden bierbäuchigen Kartoffeln erniedrigt wurden, sondern von den altbekannten Spezialisten.

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