Die #unteilbaren Dichter und Denker

Der Wandsbeker Markt ist das Einkaufsparadies des Hamburger Ostens, des traditonellen Wohngebietes des Proletariats, während in den Villengebieten des Westens, in Blankenese und Othmarschen Unternehmer, Kaufleute und Senatoren hausen.

Meine Urgroßmutter war dort Stammkundin und ein äußerst zäher Besen. Sie, ihre vier Schwestern und zwei Töchter wurden alle über 95 Jahre alt. Sie zog acht Kinder groß, und das mit einem im I. Weltkrieg versehrten Mann, aber dafür ohne Waschmaschine und Geschirrspüler, mit Pumpe auf dem Hof und einem Schwein im Hintergarten. Mit rund siebzig Jahren fuhr sie immer noch mit dem „Rhabarberexpress“, der Straßenbahn, die hinaus nach Bramfeld führte, zum Wandsbeker Markt zu Karstadt und kaufte ein solides hölzernes Waschfass, das sie im Alleingang nach Hause schaffte.

1988 wurde das Einkaufszentrum „Quarree“ am Wandsbeker Markt eröffnet, und seitdem geht es im Sinne des zeittypischen Strukturwandels konsequent bergab. Einzelhandelsgeschäfte mit höherklassigem Warenangebot sind nach und nach verschwunden, Billigboutiquen und Imbissketten herrschen vor, Karstadt verramscht hier die Ware, die der Rest Hamburgs nicht haben will, Buchläden sind geschlossen. Dönerimbisse und Shishalokale beherrschen das Straßenbild. Und, wie könnte es anders sein, ein Drittel der weiblichen Klientel ist verschleiert. Darunter sind Jahr für Jahr mehr deutsche Konvertitinnen zu beobachten, die nicht nur sich selbst, sondern auch minderjährige Töchter in stramme bunte Tücher wickeln.

Das Wandsbeker Quarree passt also wie eh und je zu seiner Klientel wie der Arsch auf den Eimer.

Während in Köln die nächste antisemitische Straftat geschah, https://www.express.de/koeln/wegen-flagge-mit-davidstern-uebergriff-bei-pro-israelischer-mahnwache-in-der-suedstadt-31437790 gingen derweil in Berlin 240.000 Menschen gegen „Rassismus“, „Hass“, und „islamophobe Hetze“ auf die Straße. Sie hinterließen tonnenweise Müll und bei mir die allumfassende Frage: Warum tun sie das?

Gut, zum Teil wird es wohl am unherbstlichen Sommerwetter gelegen haben. Aber dennoch bleibt die Frage, warum man in dem Land, das weltweit die liberalste Einwanderungspolitik hat, dessen Bevölkerung schon bald zu einem Viertel aus Menschen mit Migartionshintergund bestehen wird und wo Kopftuchträgerinnen problemlos ihren Pascha in der nächsten Shishalounge parken können, während sie bei Karstadt für Töchterleins ersten Krabbelgruppenbesuch hübsche bunte Kopftücher kaufen, überhaupt einen Handlungsbedarf hierfür sehen.

Außenminister Heiko Maas überschlug sich vor Begeisterung:“Wir lassen uns nicht spalten“, so hieß das Motto, und zwar von einer Handvoll randrechter Neonazis. Da man den Fall Beate Zschäpe medial schon bis zum Abwinken ausgelutscht hat, soll jetzt ein Haufen Chemnitzer Spinner, die sich „Revolution Chemnitz“ nennen und größenwahnsinnig den „Umsturz“ planten, für Nachschub sorgen. Ach, kommt schon, Leute. Ernsthaft? Ist das ein Grund, sich aufzuführen, als stünde der nächste Reichstagsbrand und der Anschluss Österreichs unmittelbar bevor?

Nein, natürlich nicht. Es geht lediglich um Identitätststiftung und moralische Selbstüberhöhung, wie schon immer. Nichts liebt der Deutsche mehr als sein deutsches Kollektiv. Und so marschierte man denn als #unteilbare Nation fest geschlossen mit Islamisten, grauen Wölfen, Linksfaschisten und Antisemiten im ruhigen, festen Schritt. „Nein zu Hetze gegen Muslime“, war auf Transparenten zu lesen, auch „Omas gegen Rechts“ oder „Einhörner gegen Rassismus“ und, mein persönlicher Favorit „strafverteidiger*innen warnen: strafe schadet der gesellschaft“. Nicht vorenthalten möchte ich auch das folgende schöne Poem aus unserem Land der Dichter und Denker:

#wirsindmehr

wir sind hier

#unteilbar

das Volk sind wir

Nazis, Hools und Pegioten

sind heut in Berlin verboten

#niewiederrechts

ein Kampf mit Ehre

Vielfalt statt Einfalt heißt die Lehre

Hass und Gewalt sind die Gefahr

deshalb die Demo #unteilbar.

Früher haben Politiker noch lange überlegt, ob sie es wirklich riskieren können, sich selbst, die eigene Partei oder die Bundesregierung komplett zum Affen zu machen. Heute gibt es leider Twitter, und Ralle Stegner muss entweder hackedicht gewesen sein oder er ist geistg auf dem Niveau seines Lookalikes https://en.wikipedia.org/wiki/Beaker_(Muppet ) angelangt.

Anders als mit selbstverliebter Toleranzbesoffenheit lässt sich der ganze Irrsinn irgendwie nicht mehr erklären. Die Menschen kennen es ja auch garnicht anders. In der Kita gibt es schon Halalessen und verschleierte Erzieherinnen, in der Grundschule müssen sie sich über Kopftuchmädchen und deren prügelnde Rabaukenbrüder freuen, weil die Lehrer das so wollen. Sie lernen ganz früh, das „Hass“ ganz böse ist und „Gewalt“ keine Lösung, dass „Kriege noch nie etwas gebracht“ haben und dass „bunte Vielfalt“ das einzig Wahre ist. Und bunt ist die Welt für Beschränkte im wesentlichen da, wo Frauen verschleiert werden.

Diese biobreigepamperte Generation, die von Helikoptermüttern bis zum sechzehnten Lebensjahr auf Klo begleitet werden muss und allein nicht mehr zur Uni findet, kann als Kernkompetenz den Müll trennen, aber kaum noch den eigenen Namen in des Sand kratzen. Woher soll’s auch kommen? Die Schule lehrt halt das, was sie für richtig hält. Eine Berliner Mutter hat mir erzählt, wie ihre Teenagertochter völlig verstört nach der ersten offiziellen Stunde zum Thema Sex nachhause gekommen sei. Es wurde als lockerer Einstieg Memory gespielt. Aber weder Tiermemory noch Blumenmemory, sondern sexuelle-Devianzen-Memory. und so erfuhr Töchterlein, dass es Koprophagie gibt – Männern also, die feste Ausscheidungen von Frauen essen. Ja, so geht Pädagogik, die sexuelle Welt ist nunmal kein Glücksbärchiland, dass kann Frau gar nicht früh genug lernen.

Man braucht gar keine Statistiken, keine überintellektuellen Analysen zur Lage der Nation. Wer einen Blick in die Zukunft tun will, der gehe ins Wandsbeker „Quarree“. Wer wissen will, wie es dazu kommen konnte, der blicke nach Berlin.

https://www.merkur.de/politik/berliner-unteilbar-demo-250-000-menschen-feiern-party-fuer-weltoffenes-deutschland-zr-10325014.html

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Das gibts nur in Peccioli!

Toskana-Touristen kennen Pisa und Lucca, Florenz und Siena, Pienza und Montepulciano.

Aber wer kennt eigentlich Peccioli?

Die kleine Stadt liegt zwischen Pisa und Volterra, steht in keinem Reiseführer und ist eine Perle.

Der Tourismus hat Peccioli nicht entdeckt, was bekanntlich Vor- und Nachteile hat. Wenn man selbst als Touristin unterwegs ist, kann man sich zwar über den Tourismus schlecht aufregen – es lässt sich aber nicht leugnen, dass er seine Schattenseiten hat. Andererseits hat er vielen verarmten, heruntergekommenen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und brachliegender Infrastruktur in Italien zu neuem Glanz und Wohlstand verholfen, so den malerischen Cinque Terre in Ligurien. Als ich dort vor über dreißig Jahren zum ersten Mal bei einer Bergwanderung über den Marktplatz des Städtchens Corniglia stolperte, erregte ich noch so viel Aufsehen wie ein Unbekannter, der plötzlich im eigenen Wohnzimmer steht und den freien Blick auf den Fernseher blockiert. Diesen verschlafenen, unerschlossenen Charme hat Peccioli sich bis heute bewahren können.

Peccioli liegt auf einer felsigen Anhöhe mit herrlichem Weitblick ins Umland. 1988 hat der Ort es ordentlich krachen lassen und Städtepartnerschaft mit Ellnhofen geschlossen, weshalb direkt neben der alten Kirche am Marktplatz ein gelber deutscher Wegweiser angebracht ist: Ellnhofen 951 km. Es gibt am frühen Abend noch zwei Bars, die geöffnet haben, in einer von ihnen trinken wir einen Espresso. Alte Männer sitzen wie aus Stein gemeißelt davor und recken neugierig die Köpfe: Wer kommt denn da? Außerdem gibt es in den engen mittelalterlichen Gassen mit den hohen, düsteren Hausfassaden ein Haushaltswarengeschäft mit entzückend kitschigen Pecciolisouvenirs (!), einen Friseur, Zeitungsläden, zwei Ristorantes, von denen das eine geschlossen, das andere pleite ist, Obst- und Gemüseläden mit dem landestypisch hervorragenden Angebot herrlichster Erzeugnisse und eine chaotische Boutique.

Im Wirrwarr des Angebots entdecke ich draußen auf der Straße eine Jacke, eine wirklich schöne Wollfilzjacke, italienisches Fabrikat, gar nicht teuer. Ich entere den Laden und verkünde, dass ich gern die gelbe Jacke da draußen anprobieren möchte. Die Besitzerin überschlägt sich fast vor Begeisterung, nadelt die Jacke vom Bügel los und scheucht die schwatzenden Nachbarinnen beiseite, los, los, macht den Abgang hier, die Dame will sich im Spiegel sehen können, und hebt im Vorbeirauschen eine Schaufensterpuppe auf, die mit dem Gesicht flach auf dem Boden liegt. Ja, das sei eine sehr schöne Jacke, molto speciale, aber na los, wir sollen mal was erzählen! Wo wir herkommen, wieso ich Italienisch spreche, wo wir untergekommen sind? Volterra? Wahnsinn. Und heute seien wir in Pisa gewesen? Fantastisch! Wie denn das Wetter so in Hamburg sei, und im September sei es in Peccioli so kalt gewesen, dass die halbe Stadt ihr die Bude eingerannt und nach Daunenjacken gefragt hätte. Von ihren in die Gegend geschrienen Urlaubssegenswünschen begleitet, setzen wir das Sightseeing fort.

Man hat originellerweise ein Heer junger Künstler auf das Städtchen losgelassen, denn überall stößt man auf die überraschendsten Installationen. Das ist eigentlich ein Begriff, bei dem es mir kalt den Rücken herunterläuft und ich immer an ein befreundetes Pärchen aus Kassel denken muss. Beim Besuch der „documenta“ schoben sie einmal ihren Kinderwagen in irgendeine Ecke und konnten ihn Stunden später kaum der Expertenkommission entreißen, die gerade dabei war, herauszufinden, was ihnen der Künstler mit dieser Installation hatte sagen wollen.

Doch die in Peccioli integrierten modernen Kunstwerke sind schlicht grandios. Nichts ahnend dreht der Besucher sich um und wird plötzlich von der alten Stadtmauer herab aus tausend Augenpaaren beobachtet – einer Fotoinstallation. Ein Kruzifix über einem Eingang entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ganz und gar heidnisches Kunstwerk mit nackten, verschlungenen Leibern; da und dort hängt einem plötzlich eine Plastik über dem Kopf und in den für toskanische Hügelstädte typischen, wegen des Platzmangels eingerichteten tunnelartigen Durchgängen gibt es beim Betreten psychedelische Lichteffekte. Aber das Beste steht noch bevor. Auf der anderen Seite der Stadtmauern überrascht der Anblick eines steinernen Riesen, der in einiger Entfernung aus der Erde zu kriechen scheint. Surreal ist gar kein Ausdruck.

Als wir um die Ecke auf ein ruhiges Plätzchen einbiegen, finden wir folgendes vor: Vier ältere italienische Damen plus vier italienische Katzen, von denen zwei ständig wie siamesische Zwillinge miteinander verknotet sind. Als ich der Getigerten über den Kopf streichen will, langt sie mir eine. Mit Samtpfote, was bei den Damen erhebliche Heiterkeit auslöst. Und wenn ich Ihnen jetzt sage, dass letztes Jahr, als wir das Städtchen entdeckten, am selben Ort dieselben vier Damen mit denselben Katzen saßen und dieselbe Katze mir damals schon eine langte und dieselbe Reaktion auslöste, werden Sie vielleicht sagen, ich spinne. Es war aber so. Sowas gibt’s eben nur in Peccioli.

Wo die Schweiz noch richtig arm war

Armut ist zweifelsfrei nicht das Erste, was bei einem Aufenthalt am Lago Maggiore ins Auge sticht. Wenn bei Bucherer in Locarno die Brillis im Schaufenster funkeln, dass man davon fast Kopfschmerzen bekommt; wenn in den Chocolaterien das sattbraune, duftende Hüftgold lockt und in den Grotti, den lokalen Restaurants, die Vorspeisen bei 25 CHF anfangen (Kastaniencrespelle mit Ziegenkäse und Tessiner Berghonig), fällt einem der Begriff Armut nicht so ohne weiteres ein.

Und doch war die Armut hier lange Zeit ein Thema, um die Ecke in den schwer zugänglichen Tälern, dem Centovalli, dem Maggia- und dem Verzascatal. Die Bergwelt hier ist einsam und herzzerreißend schön, wilde Flüsse und Wasserfälle stürzen gnadenlos zu Tal und sorgen für Canyonlandschaften, die den Vergleich mit Montana und Arizona allemal aushalten.

Die türkisblaue Verzasca hat man mittlerweile durch einen 220 m hohen Staudamm am unkontrollierten Überlaufen gehindert. Auch aus anderen Gründen wird das Verzascatal das „Wildeste Tal der Schweiz“ genannt. Das ist nicht nur dem unverständlichen italienischen Dialekt mit seinen verschluckten Endvokalen und seinen für das Romanische gänzlich unüblichen Umlauten zu verdanken – die Berge, im Italienischen sonst „monti“, heißen hier in einer Art Plattitalienisch „mött“. Das von tief abfallenden, felsigen Bergen umgebene Wildwassertal ist ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten, wie die blau-grüne Smaragdeidechse, die aussieht, als käme sie direkt vom Amazonas; die unter Umständen tödlich giftige Aspisviper und riesige Greifvögel.

Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie einfach die Bewohner dieser Täler einmal lebten, muss nur einen Blick auf ihre Häuser, die „Rustici“ werfen. Kommt man geradenwegs aus dem kunstbeflissenen Ascona oder dem mondänen Locarno, könnte die Überraschung beim Anblick dieser Urbauten kaum größer sein. Etwa so, als käme man aus Manhattan herüber nach New Jersey, um festzustellen, dass die Bewohner dort noch im Pfahlbau leben. Aus roh zurechtgehauenem, graugefleckten Felsgestein aufgeschichtet, drängen sich die urtümlichen Häusschen dicht an dicht in den Dörfern zusammen, auf den ersten Blick eher beklemmend als malerisch. Als die ersten Höhlenbewohner auf die Idee kamen, sich doch vielleicht eine auf die Dauer etwas komfortablere und weniger feuchte Wohnstatt selbst zu konstruieren, dürften diese Behausungen ungefähr so ausgesehen haben, wie die Tessiner Rustici. Über einer simplen, einstöckigen Konstruktion durabler Stützbalken werden die flachen Steine nahezu lichtdicht zu vier Wänden mit maximal zwei winzigen Fensterluken aufgeschichtet. Und zwar als Trockenmauerwerk, will sagen ohne Mörtel, was ich als Tochter eines Maurer- und Fliesenlegermeisters einfach nicht kapieren kann. Oben wurde geschlafen, unten gekocht und gelebt, im Winter beschränkte man sich auf unten, weil es oben zu kalt war. Aber das ganze hielt. Sogar mehrere hundert Jahre lang.

Das Leben dieser Bergbauern bestand in einfachster Subsistenzwirtschaft. Ein Maisfeld, ein kleiner Weinberg, ein Obst- und Gemüsegarten, ein paar Ziegen. Die Verzascana nera, die schwarze Verzascaziege, ist mittlerweile durch Nachzucht wieder zu bewundern. Die glücklichsten konnten es sich leisten, ein Schwein zu mästen, das zu Anfang des Winters geschlachtet wurde und für ein Jahr für Wurst und Schinken sorgte. Die krümelige weiße Schicht auf der echten Tessiner Salami, lerne ich bei dieser Gelegenheit, besteht übrigens aus veritablem Schimmel. Grundnahrungsmittel war Polenta, berühmt war „Mazzafam“, der Hungertöter aus Kartoffel-Polentamischung. Hinzu kamen die Edelkastanien, die einem bei Wandern nur so um die Füße rasseln und sich im Oktober beinahe schaufelweise einsammeln lassen. Was man auch tun sollte, denn kreuzweise angeschnitten und drei Minuten in der Mikrowelle geröstet, schmecken sie köstlich mit kühlem Weißwein. In vergangenen Jahrhunderten waren sie noch kein Snack, sondern überlebenswichtig, man buk aus ihrem Mehl Brot und Kuchen, die köstlichen Früchte landeten in Suppen und Eintöpfen, all das wird heute noch betrieben und ist absolut empfehlenswert. Man ließ überhaupt nichts aus, was die Natur hergab, fing Forellen und Singvögel, sammelte Beeren und Pilze.

Sobald aber eine Dürre- oder Regenperiode die Ernten bedrohte, war die Not im Nu groß. Riesengroß. Denn dann brachen nicht nur Hunger und im schlimmsten Falle Seuchen aus, dann schlug die Stunde skrupelloser, von keinerlei Moral belasteter Menschenhändler. Diese zogen durch die bitterarme Region und handelten den verzweifelten Bauern ihre Söhne ab, je schmächtiger und jünger, desto besser. Für eine einmalige Ablösesumme und ansonsten nur Kost und Logis, wurden die Knaben nach Mailand verfrachtet, um dort Kamine zu kehren, eine ungesunde, ja mörderische Arbeit in Sklavenartigen Verhältnissen. Viele Eltern sahen ihre Söhne niemals wieder.

Die Schriftstellerin Lisa Tetzner hat diesen Stoff im Jugendbuchklassiker „Die Schwarzen Brüder“ verarbeitet, und verfilmt wurde er mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle des Schurken Antonio Luini. Das Buch hat ein Trost spendendes Ende: Der verloren geglaubte Sohn kehrt als junger Lehrer mit seiner Frau ins Verzascatal zurück, gründet die erste Schule und macht sich stark für den Straßenbau, der den Fortschritt bringen soll. In der Realität ließ die neue verkehrstechnische Erreichbarkeit die Menschen in Scharen aus den engen Tälern fliehen, weil das Leben einfach zu hart war. Das „Museo dello Spazzocamino“, das Schornsteinfegermuseum, erinnert noch heute an diese pechschwarzen Zeiten.

Heute sind die einst menschenleeren Täler vom Tourismus belebt, vom Wohlstand erhalten und bestens in Schuss. Die Rustici, winterfest gemacht, schick ausgebaut und mit jedwedem Komfort der Neuzeit einschließlich W-Lan ausgestattet, sind beliebte Feriendomizile und selbst Wohnhäuser für Schweizer, die auf allzuviel Platz verzichten können. Die Täler sind ein begehrter Tummelplatz der Sportler und Wochenendausflügler; Paraglider, Biker, Wanderer, Kletterer, Paddler, Schwimmer und Sonnenbader sind unterwegs. Die ganz Mutigen springen von der bezaubernden zweibogigen Brücke über die Verzasca bei Lavertezzo http://www.edonna.it/viaggi/le-maldive-di-milano-il-paese-di-lavertezzo-in-svizzera_23495/ etliche Meter in die Tiefe, die völlig Durchgeknallten lassen sich vom Bungeeseil vom 220m hohen Staudamm herunterfallen.

Dennoch, wenn man die Dorfplätze mit ihren Kieselsteinbelag betritt, mit den grauen Rustici und den Brunnen, die wie Einbäume aus ausgehöhlten Felsquadern bestehen, dann steht die Zeit so still wie nur irgend möglich.

Mein erster Shitstorm

Wow. Diese Woche hatte ich meinen ersten Shitstorm. Jeder fängt mal an. Was war passiert? Ich hatte diesen Artikel https://bazonline.ch/ausland/europa/spanien-hat-das-tor-wieder-weit-geoeffnet/story/19908671 der Baseler Zeitung auf facebook verlinkt. In Anbetracht der Tatsache, dass diese vor Gesundheit und Kraft strotzenden jungen Männern, die sich offensichtlich vor Freude darüber fast einnässen, den doofen Einwanderungsbehörden ein Schnippchen geschlagen zu haben und diese bald vor unserer Tür stehen und Asyl beantragen werden, obwohl ihnen das in 95% der Fälle nicht zusteht, ging es mit mir durch.

Mein Kommentar wurde einmal von facebook gelöscht, dann wieder zugelassen, dann von mir gelöscht, da ich der Pöbeleien müde war.

Sinngemäß war es in etwa Folgendes: Ich wies darauf hin, dass diese gut aussehenden Kraftpakete nicht von vornherein als Opfer zu betrachten seien, dass sie daheim Frau, Kinder und Familie zu ernähren hätten, dass es in ihrer Heimat kaum Liebesheiraten, aber dafür fest gefügte Rollenbilder gebe und ich meine Geschlechtsgenossinnen in diesem Sinne nur warnen könne. In dreißig Jahren Mulitkulti habe ich einfach zuviel Elend durch Scheinehen miterleben dürfen, zuviel psychische Zusammenbrüche und stationäre Aufenthalte, zuviel Privatinsolvenzen, zuviel Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Außerdem bezeichnete ich das erstaunlicherweise gerade bei weiblichen Antirassistinnen bestehende Vorurteil von afrikanischen Männern als besonders gut ausgestatteten und potenten Liebhabern als das was es ist, nämlich als rassistisches Vorurteil.

Das war’s.

Einige Zeit später erreichten mich Mails mit Screenshots. Erboste facebook-Freunde fragten mich, ob ich schon mitgekriegt hätte, was da in Gang sei. Ob der jetzt durchgedreht sei, oder wie, oder was?

Nur soviel: der Spross eines alten baltischen Adelsgeschlechtes, der sehr lobenswerte Sozialarbeit im nahen Osten leistet und unlängst den Baronstitel abgelegt hat, damit ihn seine Anhängerschaft als einen der ihren anerkennen kann, hatte von meinem Posting ein Screenshot eingestellt, um vorzuführen, was „die recht bekannte Autorin“ da für eine hirnverbrannte rassistische Megascheiße produziert hätte. Und so kam, was kommen musste.

Shitstormerfahrene Politiker machen es richtig. Sobald es losgeht, gehen sie in Deckung, sind unauffindbar und dringend am anderen Ende der Welt unabkömmlich, vor allem aber machen sie auf ihrer facebook-Seite auch nicht den schlappsten Versuch, sich zu verteidigen. Denn das ist zwecklos, das wissen sie aus Erfahrung.

Anfangs war ich amüsiert und unterhielt mich bestens. Mein Vorwurf an den Herrn Baron, warum er als facebook-Freund hinter meinem Rücken über mich herzieht (benachrichtigt hat er mich selbstredend nicht) machte Ihro Gnaden bass erstaunt. Aber jeder, der so etwas tut, weiß auch, was er anzettelt: Ein öffentliches Schlachtfest.

Da ich noch nie Opfer eines Shitstorms war, kannte ich die Regeln noch nicht. Ein Shitstormopfer hat nicht zu argumentieren oder zu diskutieren oder Beweismittel zu erbringen, sondern nur die Schnauze zu halten und sich vom ZK abstrafen zu lassen.

Der pöbelnde, geifernde Mob, der Orthographie, Syntax und kognitiven Dissonanzen nach offenbar von Helikoptermüttern mit Biobreichen gepamperte Generation Y, von dem gut die Hälfte nicht mal die Eier hat, unter Klarnamen zu diskutieren, konnte vor Wut nicht mehr klar denken. Oder es ist heute der Normalzustand.

Denn woran man sich wirklich mit Gusto hochzog, war mein Hinweis auf das unausrottbare Sexualvorurteil. Dass ich mehrfach betonte, dies wäre mitnichten mein eigenes, spielte keine Rolle: Es sei doch offensichtlich, was sich da in meinem „Unterbewusstein“ abspiele. Und dann noch Tänzerin? Und mit Henryk Broder Arm in Arm? Kann ja gar nichts in der Birne haben, arschklar!

Auf meine vorsichtige Nachfrage, mit welchem Studienabschluss man denn diese psychologischen Weisheiten erlangt habe, hieß es nur, so was brauche man doch gar nicht..

In meiner Generation waren Bildungslücken noch peinlich. Heute kann man hingegen erleben, dass Studenten, die erst nach der achten Schulklasse allmählich stubenrein wurden, lässig vorbringen: „Das brauch ich alles nicht zu lesen, ich kann selber denken!“

Um an dieser Stelle mal etwas klar zu stellen: Es heißt nicht „Unterbewusstsein,“ schon gar nicht „Untergrundbewusstsein“, sondern die von Freud entdeckte Antriebskraft der Psyche heißt korrekt schlicht „das Unbewusste“. Weil es eben nicht bewusst ist. Meine Abschlussarbeit in Psychologie an der Universität Hamburg 1990 als Jahrgangsbeste, Thema „Zur Genese des Subjekts bei Freud und Lacan“, nichts zu danken.

Aber Fakten interessierten nicht. Argumente interessierten nicht. Belege interessierten nicht, so aus einem afrikanischen Blog, der Männern wärmstens empfiehlt, sich eine alte europäische Schlampe zu suchen, um den Aufenthaltsstatus zu erlangen. Dieser wurde kurzerhand als „Satire“ deklassiert, da nun einmal nicht sein kann, was nicht sein darf. Der edle Wilde als Daueropfer des weißen Mannes, ohne Fehl und Tadel, den man nur mit offenen Armen und ohne die geringsten Bedenken begegnen kann, dieses Menschengeschenk und hehre Wunschbild aller Refugees-Welcome-Enthusiasten darf nie, unter keinen Umständen und in keiner Weise angetastet werden.

Dies als Ideologie zu entlarven ist einfach. Aber die Folgen einer solchen Naivität heißen im schlimmsten Fall Mia, sind fünfzehn Jahre alt und wurden öffentlich von einem Afghanen hingerichtet, weil die Eltern genau dieser Ideologie anhingen.

Man nahm mir obendrein sehr übel, dass ich nicht gleichzeitig erwähnt habe, dass deutsche Männer nicht besser seien und es genauso wüst trieben.

Sorry, Asche auf mein Haupt, das sei hiermit nachgeholt. Natürlich gibt es auch deutsche Männer, die nach Nigeria, Togo und Uganda auswandern, dort Asyl beantragen, abgelehnt werden, eine nigerianische, togolesische oder ugandische schwarze Schönheit unter Vorspielung falscher Tatsachen in eine bigamistische Ehe locken, mit ihr drei reizende Milchkaffeefarbene Kinder produzieren und derweil die Einnahmen aus dem lukrativen Job in der boomenden lokalen Wirtschaft oder dem nigerianischen, togolesischen oder ugandischen Sozialsystemen heimlich an die Ehefrau und die Kinder in Deutschland überweisen.

Das alles war erst amüsant, dann nervig und nach einigen Stunden hatte ich das deutliche Gefühl, fackelschwingenden Dorfbewohnern gegenüber zustehen.

Verstörend war, wie schnell eine Meute, die für alles Gute und Schöne auf der Welt einzutreten glaubt, einem das Recht abspricht, sich überhaupt äußern zu dürfen. Aber ein Mob ist ein Mob, er will nichts begreifen, nicht diskutieren, nichts überdenken, er will mundtot machen und sich im Gefühl der Stärke einer Gruppe gegenüber dem wehrlosen Einzelnen suhlen. Daher schlug ich auch vor, die Sache abzukürzen und es einfach wie Opa zu machen. Hat funktioniert. Im Nu wurde Facebooksperre über mich verhängt. Nichts ist so zuverlässig wie der deutsche Blogwart und sein autoritärer Charakter. Während das Opfer in virtueller Beugehaft saß, so hörte ich, sollte die Party noch stundenlang weitergegangen sein. Als die Bowle alle war, war man schon bei der „Nazi-Achse des Guten…“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor einigen Jahren erschien in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung ein Text, der sich mit der angeblichen Unfreundlichkeit der Israelis befasste. Ich hatte gerade meinen ersten Israelurlaub hinter mir und konterte sofort mit einem enthusiastischen Leserbrief, der zu meiner Freude sogar veröffentlicht wurde. Denn in keinem anderen Land der Welt war ich jemals so freundlich aufgenommen worden.

Sicher, die Sitten sind etwas ungehobelter als anderswo. In der Lobby des Algonquin Hotels in New York dürfte man es kaum erleben, dass die Gäste ihre Füße auf den Tisch legen, wo auch schon die schweißigen Turnschuhe stehen, so wie in Ein Gedi. Aber das ist schließlich ein Kibbuzgästehaus, und da herrscht noch so was wie alter Pioniergeist.

Die Frage, ob man denn gerade als Deutscher in Israel freundlich aufgenommen wird, bewegt viele hierzulande. Ja, antworte ich darauf stets, und zwar überall und unter allen Umständen. Selbst in Yad Vashem, als ich mit verheulten Augen in der Cafeteria stand und demütig um einen Cappuccino bat, obwohl eigentlich schon geschlossen war.

Ein jüdischer Johnny-Depp-Lookalike warf sofort die Gaggia wieder an und holte gar noch ein Sortiment Muffins hervor – was nützt das schlechte Leben! Er  servierte mir mit charmantem Lächeln meinen Imbiss, statt mich Nazi-Enkelin in den Hintern durch das ganze judäische Bergland zu treten.

Der Kaffee ist in Israel, ebenso wie das Speiseeis, von absolut italienischer Qualität.

Womit wir beim Thema wären! Denn Italien rangiert bei mir als Urlaubsparadies gleich an nächster Stelle. Fragen Sie mich nicht, warum.

Und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte, so werde ich doch niemals meinen ersten traumatischen Kontakt mit Italien vergessen! Neunzehnjährig, mit viel zu schwerem Backpacker, mit dem ich in schwankenden Intercityzügen gelegentlich hinten überfiel und wie ein Riesenkäfer mit den Beinen strampelte.

Es war wie in Dantes Inferno: Ihr, die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.

Es war das erste Mal in meinem jungen Leben, dass ich drei Wochen lang komplett wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt wurde. Ich wurde belogen, betrogen, verarscht, übersehen, nicht bedient.

Dabei waren ich und mein Freund schier außer uns vor Freude, endlich den Spuren Goethes, Heines und Hesses folgen zu dürfen. Aber anscheinend hatten wir ihre Werke nicht mit Gewinn gelesen, denn sonst hätten wir erst italienisch gelernt und wären vorgewarnt gewesen, was die italienischen Toiletten betrifft. An deren Anzahl und Qualität hat sich seit dem Achtzehnten Jahrhundert nämlich nicht wirklich viel geändert.

Kulturnationen – so wie Israel – kann man grundsätzlich anhand der Anzahl und des Zustandes ihrer Abtritte erkennen. Die Autorin Erica Jong ist sogar der Meinung, eventuell wäre den Juden die Shoa erspart geblieben, wenn sich nur mal einer die Mühe gemacht hätte, die deutschen Toiletten näher in Augenschein zu nehmen. Menschen, die solche Toiletten bauten, wären zu allem fähig …

Daher ist la Grande Nation Fronkreisch  auch keine Kulturnation, Croissants hin, Louvre her. Jeder der mal an einem Sonntag in Straßburg pinkeln musste, weiß, wovon ich rede!

Schon am vierten Tag unserer ersten  Italienreise saßen wir triefend nass und schmutzig und ausgeplündert auf dem Bahnhof von Florenz und wollten nur noch heim zu Mama.

Wir hatten praktisch kein Geld mehr, da jeder Kellner, jeder Busfahrer und jeder Campingwart uns betrogen hatte. Und auf den Campingplatz Piazzale Michelangelo hatte man uns aus purem Daffke nicht gelassen.

Es regnete gerade, und die Angestellten hatten keine Lust, ihr trockenes Büro zu verlassen und uns einen Platz zu suchen. Die Übernachtung fand nicht im gemütlichen Zelt, sondern im schmuddeligen sala d’attesa zweiter Klasse statt. Mit neunzehn überlebt man so was und hat nach dem Urlaub sogar noch eine deftige Story parat – heute müsste ich anschließend sechs Wochen zur Kur.

Am nächsten Morgen dann der große Fehler: Da wir ja schon mal hier wären, könnten wir uns vor der Abfahrt ja auch noch kurz die Stadt anschauen. Jeder, der diesen rosigen Renaissancetraum schon mal im Juli um sieben Uhr früh gesehen hat, weiß wie es weitergeht. Wir blieben. Nicht nur eine Nacht, sondern vierzehn. Mit einem dem Eltern per Postanweisung herausgeleiertem Notgroschen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Dagegen ist bekanntlich kein Kraut gewachsen. Seitdem hängen wir an Italien wie ein höriges Weib am gelangweilten Liebhaber. Aber unsere Affäre mit dem heiligen Land, die beruht auf Gegenseitigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Money Makes The World Go Around

Im WELT- Artikel vom 30.06.2018 war zu lesen, dass Migranten laut Weltbank bis zu 18 Milliarden Euro jährlich in Ihre Herkunftsländer überweisen.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article178507882/Geldtransfers-Migranten-ueberweisen-Milliarden-nach-Hause.html

Für mich ist die hohe Summe nachvollziehbar und wenig überraschend. Jahrelang habe ich miterlebt, wie Frauen aus der Multikulti-Tanzszene von ihren Männern nach allen Regeln der Kunst geschröpft wurden – Sozialleistungen, sein geringes Einkommen, ihr Erspartes, alles verschwand peu à peu via Western Union nach Algerien, Ägypten, Tunesien, Nigeria, dem Senegal.

Manche dieser Frauen, ob man es glaubt oder nicht, durften sich und ihre deutschen Kinder, für die der Mann sich natürlich nicht zuständig fühlte, gerade noch vom Kindergeld ernähren, da er selbst seinen kompletten Verdienst oder Leistungsbezug in die Heimat schickte. Nichts Neues.

Was mir bei diesem Artikel dennoch den Atem stocken lässt ist die Haltung der deutschen Regierung. Denn die bezeichnet das freundlich als „Geldtransfer“ geschönte Ausbluten tatsächlich als „entwicklungsfördernd“. Das Geld komme dort an, wo es gebraucht werrde, ermögliche es, Lebensmittel und Kleidung zu kaufen und im Krankheitsfall Arzt und Medikamente zu bezahlen. Familien könnten es sich durch diese Art finanzieller Unterstützung leisten, ihre Kinder auf Schulen zu schicken, Geschäfte aufzubauen etc. Wer es nicht glauben will, lese bitte selbst.

 Mein Vater war Handwerker, ein einfacher, gleichwohl gebildeter Mann. Eine goldene Regel, die er seinen drei Kinder mit auf den Lebensweg gab, lautete: Vor Gebrauch des Mundwerks Gehirn einschalten!

Das hat die Bundesregierung leider versäumt.

 Nachfolgende Generationen werden diese Groteske dermaleinst kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen und bemerken: Ja, haben die denn gar nicht mitgekriegt, was sie da sagen? Nein, das haben sie nicht. Denn die monumental behämmerte Antwort unserer Regierung ist so falsch, dass noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig wäre, um einmal mehr den erhabenen Meister Karl Kraus zu zitieren.

Wie weiland im Stalle des Augias weiß man bei soviel Mist gar nicht, wo die Forke zuerst anzusetzen ist. Am besten am Anfang: Mit der hirnlosen Unbefangenheit von Germany’s-Next-Topmodel-Kandidatinnen will unsere Regierung die Welt ein bisschen besser und bunter machen. Und merkt dabei nicht, dass die sie zur Gaudi der ganzen Nation nur Arsch und Titten verscherbelt. Denn mit diesem Statement gibt sie ein gigantisches Doppelversagen zu: Ersten war die Einwanderungspolitik totaler Murks, zweitens die bisherigen Bemühungen um die Entwicklungshilfe.

Warum gibt es also immer noch die komplett unwirksame Geldverschleuderungsmaschinerie Entwicklungshilfe? Und warum, um alles in der Welt, verspricht man den Menschen das Blaue vom Himmel, um sie nach Deutschland zu locken? Warum lässt man sie ein Vermögen, dss die meisten Bundesbürger nicht mal eben locker machen könnten, für Schleuser bezahlen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, ihr Leben auf Seelenverkäufern riskieren, nur damit sie hierherkommen, um das Geld abzuholen? Bin ich jetzt total bescheuert oder hätte man sich dabei nicht einen entscheidenden Schritt sparen können?

Die schwerstens rechtspopulistische AFD macht nun wieder die Spaßbremse und fordert ein Verbot des Geldtransfers aus Sozialleistungen. Dabei muss sie das gar nicht, denn das Verbot gibt es längst. Jeder, der schon mal Sozialhilfe bezogen oder im Sozialbereich gearbeitet hat, ist mit dem unabänderlichen Prozedere bestens vertraut: Aufgrund von Variablen wie Wohnsituation, Einkommen, Vermögen, Kinderzahl, Gesundheitszustand und anderen Faktoren errechnet der Sozialleistungsträger den „Bedarf“ einer Person. Merken Sie sich dieses Zauberwort, denn es ist wichtig. Die Höhe dieses Bedarfs ist gesetzlich festgelegt. Alles, was darüber hinausgeht, muss gesondert beantragt werden.

Möglicherweise braucht der Leistungsempfänger monatlich einen Mehrbedarf von € 40.- an Krankenkostenzulage IV (Aufbaukost). Die muss gesondert beantragt werden. Die Behörde lehnt sie oft erst mal ab. Dann kann der Leistungsempfänger oder sein Sozialarbeiter Widerspruch einlegen. Der Fall geht dann vors Sozialgericht. Hat man Glück, wird der Antrag doch noch positiv beschieden. Da der Anspruch nun berechtigt ist, fordert das Sozialamt auf, den Antrag nochmal zu stellen und ein ärztliches Attest beizubringen. Der Antragsteller quält sich zum Arzt, erhält ein tadelloses Attest mit Stempel und Unterschrift (ganz wichtig!) und schickt selbiges zum Amt. Nach etwa vier bis sechs Wochen kommt dann der Leistungsbescheid, aus dem hervorgeht, dass der Leistungsempfänger für ein halbes Jahr berechtigt ist, eine Sonderzulage von Euro 40.- an Krankenkost IV (Aufbaukost) zu erhalten. Die Leistung gilt nur für den angegebenen Zeitraum, nach Ablauf muss der Leistungsempfänger fristgerecht erneut einen Antrag stellen usw. usw.

Was ich mit dieser öden Geschichte sagen will: Für jeden Sozialhilfeempfänger gibt es einen bestimmten Bedarf, der nicht überschritten werden darf. Die Leistung darf ausschließlich dazu verwendet werden, diesen lebensnotwendigen Bedarf zu decken. Alles darüber hinaus Gehende gehört nicht zum Bedarf. Der Leistungsempfänger darf also kein Geld „übrig“ haben. Aus diesem Grund darf er in der Regel auch keine Schulden aus den Leistungen zurückzahlen. Wenn „Geflüchtete“ nun aus Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Geld übrig haben, das sie in die teure Heimat schicken können, beziehen sie vom Amt schlicht zuviel Geld, und das Amt wäre somit berechtigt, ihnen die Leistung zu kürzen.

Mit anderen Worten: Die Bundesregierung nickt nicht nur begeistert Sozialbetrug ab, sie ist auch so inkompetent, das nicht einmal zu bemerken. Liebe Schildbürger, warum stellt ihr nicht auch mal in Deutschland einen Asylantrag? Bei uns könnt ihr Euch wirklich noch richtig gute Tipps holen!

 

 

 

Nachsitzen!

Mädchen wie Katharina Fegebank und Eva Högl konnte ich schon in der Schule nicht leiden. Dafür gab es genug Gründe: Sie hatten immer den dreifachen Pausenstullenumfang zur Verfügung und obendrein noch Geld von Papi und Mami zum Kuchenholen, damit sie nicht etwa während der letzten beiden Schulstunden einen Schwächeanfall erleiden mussten.

Sie bezeichneten selbst die schrecklichsten Pädagogen als „schwer in Ordnung“. Sie ließen einen nicht abschreiben und waren die Garantie für völlige Chancenlosigkeit, sofern sie beim Sportunterricht in derselben Mannschaft spielten.

„Sowas macht man nicht!“ war jahrzehntelang ein eiserner Grundsatz guter Erziehung, der für Kinder und Jugendliche, aber auch so manchen Erwachsenen richtungsweisend in Punkto Benehmen, Anstand, Pietät und Sitte war. Für Politiker sollte er ganz besonders gelten. Leider galt er für niemanden je weniger als Eva Högl und Katharina Fegebank.

Eva Högl sollte es eventuell mal damit versuchen, den folgenden Satz hundertmal in Schönschrift zu schreiben: „Ich darf nicht fröhlich lachen und Winke-Winke machen, während in Barcelona vierzehn Menschen sterben und über hundert verletzt werden.“

 https://www.stern.de/politik/deutschland/eva-hoegl–spd-politikerin-lachte-zur-terror-ansprache-von-martin-schulz-7586726.html

Wenn der Schreibkrampf nachgelassen hat, kann sie weitermachen mit: “Ich darf als Politikerin keine steuerzahlenden, mündigen Wählerinnen und Wähler bepöbeln!“ Denn wenn sie schon beim Lachen und Winken so „entsetzt“ war, dass ein derartig „falscher Eindruck“ entstanden sei, wie will sie sich aus der Unverschämtheit herauswinden, mit der sie in einem Tweet Abtreibungsgegner tatsächlich als „widerliche Lebensschützer“ bezeichnet hat?

http://www.deutschlandfunk.de/widerliche-lebensschuetzer-spd-politikerin-hoegl-loescht.1939.de.html?drn:news_id=861561bungsgegner als „widerliche Lebensschützer“

Nun, wir machen alle mal Fehler, und ganz gelöscht ist praktisch so gut wie nie gesagt. Eine Entschuldigung folgte gleichfalls. Aber es wäre einfacher gewesen, vorher mal einen Blick in unsere Verfassung zu tun. Man muss Abtreibungsgegner nicht mögen. Man muss aber als Mitglied des deutschen Bundestages irgendwannmal der Tatsache ins Auge sehen, dass auch Abtreibungsgegner ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben. Man muss sich irgendwie damit anfreunden, dass sie diese Meinung auch äußern dürfen, ohne von Politikern beschimpft zu werden.

Ein paarmal Nachsitzen wäre in dieser Hinsicht auch für Katharina Fegebank pädagogisch sinnvoll, die sich tatsächlich nicht enblödet hat, die Aufrufer zu den jeden Montag in Hamburg stattfindenden „Merkel muss weg!“-Demonstrationen als „echte Nazis“ zu titulieren.

 https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Reichsbuerger-bei-Anti-Merkel-Demos,demo2214.html

 Als Altlinke ist es für mich ohnehin ein großes Rätsel, warum man als „rechts“ gilt, wenn man einen CDU-Spitzenpolitiker dahin wünscht, wo der Müll noch nicht getrennt, sondern gegessen wird. Dass gehörte in meiner Jugend, als man lechts und rinks noch nicht velwechsern konnte, noch zur Selbstverständlichkeit für einen guten Linken, ebenso wie die Ablehnung jeglicher Religion und die Hochhaltung der Werte der Aufklärung. Vielleicht sollte man die Fegebank auch mal an den Schultern nehmen, kräftig schütteln und rufen, Mensch Mädchen, wach mal auf, die Leute haben nur eine andere politische Meinung, die dürfen das, weil wir immer noch in einem demokratischen Staat leben! Nein, die dürfen das wohl doch nicht, und wenn Frau Fegebank weiterhin ihre linkspopulistischen Satzbausteine im Hamburg Journal absondern darf, werden sicher noch mehr Bürger, die nichts weiter tun, als ihr Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung auf Demonstrationen wahr zu nehmen, so enden wie der Demonstrationsteilnehmer, der von wohlmeinenden guten deutschen Linken zusammengeschlagen und ins Gesicht getreten wurde.

 https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3896320

Noch heute wünsche ich Mädchen wie Katharina Fegebank und Eva Högl lebenslange Jungfernschaft, ein vom Kardiologen verordnetes tägliches Zirkeltraining und definitiv viel, viel mehr Hausaufgaben.

Das bittere Leben der Sugar Mamas

„Sabine, 52, heiratet Mahmoud, 25. Kann das Liebe sein?“, fragt Zeit online http://www.zeit.de/2017/44/beziehungen-syrer-deutsche-heirat-flucht-partnerschaft.

„Bezahlen ältere Österreicherinnen Flüchtlinge für Sex?“ fragt man in den HNA https://www.hna.de/welt/sugar-mamas-bezahlen-aeltere-oesterreicherinnen-fluechtlinge-fuer-sex-zr-8527207.html.

Auch das Schweizer Newsportal 20min.ch behauptet süffisant „Ältere Frauen nehmen Flüchtlinge für Sex auf“. http://www.20min.ch/panorama/news/story/-ltere-Frauen-nehmen-Fluechtlinge-fuer-Sex-auf-12248628in.ch

Und schnell ist in den Social Media sogar von „Sex-Sklaven“ die Rede, abstoßend untermalt von Bildern möglichst wabbeliger und faltiger Frauen zusammen mit exotischen Epheben. Die Flüchtlingskrise hat eine neue Steilvorlage für Frauenhasser kreiert: Die Sugar Mama.

Reife Frauen „halten“ Flüchtlinge als „Lustknaben“? Im Käfig? An der Leine? Wahrscheinlich gibt es im Einzelfall Ähnliches, da es bekanntlich nichts gibt, was es nicht gibt. Im Wesentlichen dürfte das Thema „Sugar Mamas“ aber der unreifen Fantasie von Redakteuren entsprungen sein, die ihre einsamen Abende mit einem Ratskrone Pilsener und einer Packung Kleenex in vertrauter Gesellschaft ihrer rechten Hand vor der Youpornabteilung „MILF’s“ verbringen. Wer es nicht weiß oder zu faul zum googeln ist: MILF bedeutet Mother I’d Like to Fuck. Eine schöne reife Frau bringt dem unerfahrenen jungen Draufgänger alles über Sex bei. Das mag besonders für junge Männer aufregend sein – für Frauen ist die Vorstellung so erregend wie eingeschlafene Füße.

Auf die abstruse Idee, junge muslimische Männer ließen sich von einer Ungläubigen, die altermäßig die Mutter oder Großmutter sein könnte, als williges Sexhäschen benutzen, kann nur kommen, wer von der muslimischen Kultur nicht die geringste Ahnung hat. „Bezahlter Sex kann psychische Folgen haben und zu einer Abwertung des Frauenbildes (sic!) insgesamt führen.“ Das sei für Männer diese Männer „Doppelt erniedrigend, da sie aus einer Kultur kämen, wo der Mann das Sagen hat.“ https://wize.life/themen/kategorie/leben/artikel/59982/ich-bin-eine-sexmaschine-fuer-sie-reife-frauen-halten-fluechtlinge-als-lustknaben.

Aber ist das wirklich so? Dass Männer im Orient das Sagen haben, hat man immerhin schon mitgekriegt. Was man hingegen nicht weiß, ist, dass sich diese Männer niemals freiwillig in eine Beziehung begeben, die sie in ihrer Heimat der Lächerlichkeit preisgeben würde. Es sei denn, es sprängen dabei massive Vorteile heraus.

Der Weg nach Europa führt am sichersten und einfachsten über europäische Frauen. In Europa will man das nicht wahrhaben, im Orient und in Afrika weiß man das seit vielen Jahrzehnten. Ältere Frauen sind selbstverständlich bevorzugte Objekte, da sie in der Regel in finanziell gefestigtern Verhältnissen leben und emotional wesentlich bedürftiger sind. Zwar wird den gutgläubigen Frauen im Zweifelsfall immer die rührende Geschichte von Mohammed und seiner älteren Frau Khadeja erzählt, aber der Teil, auf den es ankommt, wird für gewöhnlich ausgelassen: Mohammed war nach dem Tod der wohlhabenden Karawanenführerin finanziell grundsaniert.

Natürlich hat nichts davon mit Liebe zu tun. Natürlich wissen Männer von Casablanca bis Kabul, dass europäische Frauen auf die beklopptesten Liebesschwüre hereinfallen, solange sie von einem schutzbedürftigen, schwer traumatisierten Exoten kommen. Daher haben die Männer die entsprechenden Phrasen auch schon im Vorwege auf dem Smartphone gespeichert. Natürlich wissen sie, wie man Europäerinnen psychisch und emotional von sich abhängig macht. Und, nun kommt die große Enttäuschung, nicht einmal mit Sex hat das Ganze wirklich etwas zu tun – jedenfalls für die Frau. Die Bedürfnisse des Mannes stehen selbstverständlich im Vordergrund, ihre sind nachrangig, ein Nein wird nicht akzeptiert und die meisten Frauen schildern den Sex später als außerordentlich unbefriedigend.

Leider habe ich diese Geschichten oft genug gehört, und spätestens nach dem dritten Mal klingen sie alle gleich. Etwas Besseres, als bei einer älteren Frau privat unterzuschlüpfen, kann den meisten jungen Flüchtlingen kaum passieren. In der Regel wohnen und essen sie kostenfrei, Kleidung und anderes wird ihnen nicht selten spendiert; sie müht sich ab, ihm richtiges Deutsch beizubringen, ihm Jobs und Ausbildungsplätze zu verschaffen. Und natürlich schlafen sie oft mit der Frau des Hauses. Die meisten Frauen haben das nicht einmal vorgehabt, werden aber mit List und Tücke dazu gebracht, denn da ist man ganz pragmatisch: Lieber Sex mit einer alten Fregatte, als gar keine action.

Leider neigen Frauen dazu, auch in den abstrusesten Fällen noch an die große und wahre Liebe zu glauben. Oder wenigstens an die große Freundschaft. Im worst case scenario heiraten sie ihren Schützling, damit er in den Genuss einer unbegrenzten Aufenthaltserlaubnis kommt. Aber dann beginnt mitnichten das große Glück. Dann wird entweder die minderjährige Kusine nach Europa geholt oder die Ehefrau, die es natürlich die ganze Zeit über gegeben hat. Die Sugar Mamas jedenfalls bezahlen einen sehr hohen Preis. Am Ende der Affäre sitzen sie allein da, mit erheblichen emotionalen, psychischen und oft genug finanziellen Schäden. Arbeitslosigkeit, Verlust des Wohnhauses, Aufenthalt in der Psychiatrie, sogar so kann der Lebensstil der Frau enden, die man so launig Sugar Mama nennt. Im Desaster.